Wienerberger verzeichnet im ersten Halbjahr 2026 Null Gewinn
Der börsennotierte Baustoffkonzern Wienerberger hat im ersten Halbjahr 2026 unter schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen keinen Gewinn erzielt. Der aktuelle Halbjahresbericht des Unternehmens, veröffentlicht am Mittwoch, weist einen Gewinn von 0 Euro aus. Im Vorjahreszeitraum betrug der Gewinn noch 106 Millionen Euro.
Im Juli wurde der Gewinnausblick für das Gesamtjahr nach unten korrigiert und am Mittwoch auf dem niedrigeren Niveau bestätigt. Für 2026 rechnet das Management mit einem operativen Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 700 Millionen Euro, was eine Reduzierung um rund 100 Millionen Euro im Vergleich zur vorherigen Schätzung darstellt.
Der interimistische CEO Gerhard Hanke erklärte in einem Analysten-Conference Call, dass die Ergebnisse hinter den Erwartungen zurückgeblieben seien. Gründe dafür seien unter anderem ungünstige Witterungsbedingungen, der Nahost-Konflikt sowie steigende Kosten in den Bereichen Kunststoffe, Energie und Logistik.
Das operative EBITDA sank im ersten Halbjahr um 15 Prozent von 383 Millionen auf 326 Millionen Euro, während die Marge von 16,3 auf 13,4 Prozent fiel. Zudem berichtete Finanzchefin Dagmar Steinert von einmaligen Abschreibungen in Höhe von rund 70 Millionen Euro, darunter eine Settlementzahlung von 47 Millionen Euro im Rahmen eines US-Kartellverfahrens.
Einordnung
Die Ergebnisse verdeutlichen die Herausforderungen, mit denen Wienerberger konfrontiert ist, und signalisieren einen bevorstehenden Bedarf an Kostensenkungen. Das Unternehmen sieht sich einem verschärften Wettbewerb und gestiegenen Kosten gegenüber, was die zukünftige Entwicklung der Gewinnmargen weiter belasten könnte.


