AfD fordert Austritt Deutschlands aus Eurozone und Schengen

August 25, 2026 18:10
AfD fordert Austritt Deutschlands aus Eurozone und Schengen
AfD fordert Austritt Deutschlands aus Eurozone und Schengen

Die AfD will im Fall einer Beteiligung an einer deutschen Bundesregierung den Austritt Deutschlands aus der Eurozone und dem Schengen-Raum anstreben. Das erklärte die AfD-Co-Vorsitzende Alice Weidel in einem am 24. August 2026 bekannt gewordenen Interview mit dem ZDF. Zu ihren weiteren Forderungen zählen geschlossene Grenzen, eine verschärfte Migrationspolitik, schnellere Abschiebungen und weniger Einbürgerungen.

Weidel sagte außerdem, Deutschland solle zur D-Mark zurückkehren. Ihre Begründung: „Vor der Einführung des Euro ging es Deutschland deutlich besser.“ Die gemeinsame Währung habe nach ihrer Darstellung die deutsche Wirtschaft geschwächt und den Wohlstand der Haushalte verschlechtert. Über die Forderungen der AfD zur deutschen Währungs- und Grenzpolitik wurde auch international berichtet.

Forderungen zu Migration und Staatsbürgerschaft

Im Bereich der Migration kündigte Weidel eine deutlich restriktivere Linie an. Die Grenzen sollten geschlossen, Abschiebungen beschleunigt und Einbürgerungen reduziert werden. Genannt wurde auch die Rückkehr syrischer Staatsangehöriger, deren Schutzstatus ausgelaufen sei. Die Aussagen wurden im Zusammenhang mit der von Weidel verlangten Neuordnung der deutschen Migrationspolitik gemacht.

Die AfD-Co-Vorsitzende griff in dem Interview zudem Bundeskanzler Friedrich Merz und Finanzminister Lars Klingbeil an. Kritik übte sie auch an der Entscheidung der Christlich Demokratischen Union Deutschlands (CDU), eine Zusammenarbeit mit der AfD abzulehnen. Weidel erklärte, ihre Partei werde zunächst in einzelnen deutschen Ländern regieren und anschließend auch auf Bundesebene Regierungsverantwortung übernehmen.

Die Aussage zum Euro-Austritt steht damit neben Forderungen, die unmittelbar die Stellung Deutschlands in europäischen Wirtschafts- und Freizügigkeitsstrukturen betreffen. Ein Austritt aus der Eurozone würde die Einführung einer nationalen Währung voraussetzen. In den vorliegenden Bewertungen wird für einen solchen Schritt auf mögliche Währungs- und Finanzrisiken für Deutschland als eine der größten Volkswirtschaften Europas verwiesen.

Mögliche Folgen einer Rückkehr zur D-Mark

Bei einer Rückkehr zu einer nationalen Währung wären demnach stärkere Wechselkursschwankungen möglich. Für Unternehmen und Finanzinstitute könnten zusätzliche Kosten für die Umrechnung und die Absicherung von Währungsrisiken entstehen. Auch deutsche Waren könnten für Handelspartner in der Europäischen Union und auf anderen Märkten teurer werden, falls sich die Wechselkurse entsprechend verändern.

Als weiteres Risiko wird ein möglicher Abfluss von Kapital genannt. Banken und Unternehmen, die in den europäischen Binnenmarkt eingebunden sind, müssten ihre Geschäfte und Verträge an neue währungsrechtliche Bedingungen anpassen. Die Bewertungen verweisen dabei auf die besondere Bedeutung Deutschlands innerhalb der europäischen Wirtschaft. Eine konkrete Entscheidung über einen Austritt liegt nicht vor; die Forderung ist Teil des von Weidel beschriebenen politischen Programms für den Fall einer Regierungsbeteiligung.

Der Euro ist nach Weidels Darstellung der zentrale Grund für die von ihr kritisierte wirtschaftliche Entwicklung. Sie stellte dabei einen direkten Zusammenhang zwischen der Einführung der gemeinsamen Währung und einer Verschlechterung des Wohlstands deutscher Haushalte her. Weitere Einzelheiten zu den Aussagen der AfD-Co-Vorsitzenden zum Euro und zum Schengen-Raum wurden in einer internationalen Berichterstattung über das ZDF-Interview wiedergegeben.

Grenzkontrollen und wirtschaftliche Abläufe

Ein Austritt aus dem Schengen-Raum und die von der AfD angekündigte Schließung der Grenzen könnten nach den vorliegenden Einschätzungen auch den grenzüberschreitenden Verkehr betreffen. Verstärkte Kontrollen würden die Bewegungen von Arbeitskräften, Waren und Lieferketten erschweren. Für Unternehmen könnten dadurch zusätzliche Kosten entstehen.

Diese möglichen Belastungen werden in den Bewertungen mit dem Zustand der deutschen Wirtschaft in Verbindung gebracht, die dort als nur langsam wachsend beschrieben wird. Längere Abfertigungszeiten und zusätzliche Kontrollen könnten den Transport von Gütern und die Organisation grenzüberschreitender Arbeitsabläufe komplizierter machen. Das Ausmaß solcher Folgen wäre von der konkreten Ausgestaltung der Kontrollen und den politischen Vereinbarungen mit den betroffenen Staaten abhängig. Eine solche Ausgestaltung wurde von Weidel in den vorliegenden Aussagen nicht näher beschrieben.

Die Forderungen würden, sollten sie umgesetzt werden, mehrere Ebenen der deutschen Politik gleichzeitig berühren: die Währungsordnung, den europäischen Binnenmarkt, den freien Personenverkehr und das nationale Aufenthalts- und Einbürgerungsrecht. In der aktuellen politischen Debatte blieb zunächst die von der CDU ausgeschlossene Zusammenarbeit mit der AfD ein weiterer zentraler Punkt der Aussagen Weidels.

Weidel verband ihre Position mit dem Anspruch, zunächst auf Landesebene politische Verantwortung zu übernehmen und danach den Einzug in eine Bundesregierung vorzubereiten. Der von ihr angekündigte Kurs umfasst damit sowohl europapolitische Fragen als auch eine Verschärfung der deutschen Migrations- und Grenzpolitik.

Die Debatte über die Forderungen der AfD betrifft damit weiterhin die politische Ausrichtung der Partei und ihre Position zu Deutschlands Einbindung in die europäischen Strukturen.

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