Oberbank präsentiert starke Halbjahreszahlen unter neuem designierten Generaldirektor
Franz Gasselsberger übergibt bereits vor Amtsantritt an seinen Nachfolger Martin Seiter, der am 1. Januar 2027 die Leitung der Oberbank übernimmt. Am 26. August stellte Seiter die Finanzzahlen des ersten Halbjahres 2026 vor, die positive Entwicklungen zeigen.
Der Überschuss nach Steuern stieg um 11 Prozent auf 199 Millionen Euro. Das Firmenkreditvolumen erreichte 18,6 Milliarden Euro. Auch bei Kundeneinlagen und im Wertpapiergeschäft wurden Zuwächse verzeichnet. Die Bilanzsumme, zurzeit bei 29,8 Milliarden Euro, dürfte im September die 30-Milliarden-Euro-Marke übersteigen. Anschließend wird die Bank von der Europäischen Zentralbank (EZB) geprüft.
Seiter bezeichnete die Bilanzzahlen als „außerordentlich gutes Ergebnis“. Besonders das zweite Quartal sei „hervorragend“ verlaufen, während das dritte quartal „vielversprechend“ aussehe. Auf die Entwicklung des Gesamtjahres wollte Seiter angesichts geopolitischer Unsicherheiten, wie dem Irankrieg, keine Prognose abgeben und betonte: „Wir fahren weiter auf Sicht, ein präziser Ausblick ist in diesem Umfeld nicht möglich.“
Die Oberbank, die zu 70 Prozent als Kommerzbank agiert, verzeichnete einen Anstieg bei Firmenkrediten von 4,8 Prozent im ersten Halbjahr, während der Gesammarkt in Österreich nur 2,5 Prozent zuließ. Seiter hebt die gute Nachfrage nach Investitions- und Exportfinanzierungen hervor. Hohe Lohn- und Energiekosten treiben die Investitionen in Automatisierung und Digitalisierung. Allerdings gebe es in Österreich kaum Investitionen in Kapazitätserweiterungen, diese fänden überwiegend im Ausland statt, so Seiter.
Im Ausland wächst die Oberbank besonders stark in Tschechien (plus 6,29%), Deutschland (plus 6,35%) und Ungarn (plus 11,25%). Seiter berichtet von einer „Aufbruchsstimmung“ in Ungarn seit Amtsantritt von Ministerpräsident Péter Magyar. Die Oberbank sieht Ungarn als „hochattraktiven Markt“, insbesondere in den Bereichen Photovoltaik sowie Hotellerie und Tourismus. Seiter erwartet für 2027 signifikante wirtschaftsstimulierende EU-Investitionen.
In Deutschland eröffnet der Commerzbank-UniCredit-Deal der Oberbank neue Chancen. Seiter bezeichnete die Übernahme der Deutschen durch die Italiener als „Lotto-Sechser“. Viele mittelständische Unternehmen suchten nach einer neuen Hausbank, die nicht zu den großen Banken wie UniCredit gehört, aber dennoch in der Lage ist, größere Finanzierungen anzubieten. Diese mittelständischen Firmen sind die Hauptzielgruppe der Oberbank, erklärt Seiter: „Wir können das, was eine Großbank kann, aber sprechen wie eine Regionalbank.“
Einordnung
Die Oberbank positioniert sich durch signifikante Wachstumszahlen und die geplante Marktstrategie nachhaltig. Die Entwicklungen im Firmenkreditbereich und die Ausweitung ins Ausland sind für die weitere Geschäftsentwicklung entscheidend. Die Bank könnte dadurch ihre Marktstellung sowohl in Österreich als auch international stärken.


