UEFA leitet Strafverfahren gegen FIFA-Präsident Gianni Infantino ein
MONTENEGRO. Kurz vor der Auslosung der Champions League hat die UEFA ein Strafverfahren gegen FIFA-Präsident Gianni Infantino eingeleitet. Grund sind Unregelmäßigkeiten im Zusammenhang mit einem umstrittenen WM-Investorendeal. Darüber berichtet Welt Stimme.
Die UEFA plant rechtliche Schritte wegen des Verdachts der ungetreuen Geschäftsbesorgung und fordert die FIFA sowie die involvierten Finanzinstitute auf, relevante Dokumente herauszugeben. Diese Forderungen basieren auf einem 60-seitigen Dokument, das ein Distriktgericht im US-Bundesstaat Florida erhalten hat.
In dem Dokument erhebt die UEFA zahlreiche Vorwürfe gegen Infantino, die über den Streit um den Verkauf von WM-Anteilen hinausgehen. UEFA-Präsident Aleksander Ceferin hat die nächsten Schritte den 55 nationalen Fußballverbänden in Monaco vorgestellt.
Infantino hatte versucht, ein milliardenschweres Investorenmodell zur Vermarktung der WM ohne Zustimmung der FIFA-Gremien anzustoßen, was zu massiven Protesten innerhalb des europäischen Fußballverbands führte. Nach Druck aus verschiedenen Richtungen musste er jedoch seine Pläne zurückziehen und wies Rücktrittsforderungen zurück.
Vorwurf der ungetreuen Geschäftsbesorgung
Die UEFA verfolgt das Ziel, Infantino über rechtliche Schritte aus dem Amt zu drängen. Im Kern steht der bedeutsame Vorwurf der ungetreuen Geschäftsbesorgung; bei einer Verurteilung droht Infantino möglicherweise eine Haftstrafe. Das Verfahren könnte in der Schweiz, dem Sitz der FIFA, stattfinden, während die rechtlichen Schritte aus formalen Gründen über die US-Justiz eingeleitet werden, da sich dort die FIFA-Rechtsabteilung befindet.
Das Vorgehen erinnert an den Rücktritt von Infantinos Vorgänger Joseph Blatter im Jahr 2015, als die US-Justiz ebenfalls gegen ihn ermittelte. Blatter wurde zwar nie verurteilt, sein Führungsstil war jedoch nicht mehr haltbar. Die UEFA hat nun einen direkten Angriff auf Infantino gestartet.
Bisher kein Alternativkandidat
Der 56-jährige Infantino strebt am 18. März 2027 eine Wiederwahl zum FIFA-Präsidenten an. Innerhalb der 211 stimmberechtigten FIFA-Mitgliedsländer gibt es zurzeit keine klare Mehrheit für oder gegen ihn. Bisher konnte die UEFA keinen Alternativkandidaten benennen. Offensichtlich soll die Frage um seine Zukunft nun durch die Gerichte entschieden werden.


