Rektor der Meduni Wien plant Diskussion über Gesundheitsschutz-Strukturen

August 30, 2026 07:33
Rektor der Meduni Wien plant Diskussion über Gesundheitsschutz-Strukturen

Diskussion über Reformen im Gesundheitssystem gefordert

Markus Müller, Rektor der Medizinischen Universität Wien und Präsident des Obersten Sanitätsrats, fordert eine grundlegende Diskussion über die Struktur des österreichischen Gesundheitssystems. In einem Gespräch mit der APA betonte er, dass das System derzeit „komplex, unübersichtlich in den Funktionalitäten und Zuständigkeiten und sehr teuer“ sei.

Müller sieht den raschen Aufbau von Facharztzentren als Schlüssel zur Optimierung des Systems. Zusätzlich empfiehlt er eine Reduktion der Anzahl der Krankenhäuser zugunsten größerer, spezialisierter Einrichtungen sowie einen Ausbau der Pflegeinfrastruktur. Aktuell sei die Zahl an Spitälern in Österreich im internationalen Vergleich sehr hoch, was zu ineffizienten Strukturen führe.

Im Hinblick auf die Primärversorgung plädiert Müller für eine verbesserte Erreichbarkeit, insbesondere im ländlichen Raum, und fordert eine Anpassung der Öffnungszeiten an die Bedürfnisse der Patienten. Derzeit würden viele Notfälle in Universitätskliniken behandelt, was zusätzliche Kosten verursache.

Er betonte ferner, dass im AKH Wien etwa zehn Prozent der Patienten in Betten liegen, die keine universitäre Versorgung benötigen. Dies führe zu Rückstau in der Krankenhauslandschaft und verdeutliche die Notwendigkeit einer effektiveren Pflegearchitektur.

Einordnung

Die geforderten Reformen könnten die Effizienz und Qualität der Gesundheitsversorgung in Österreich entscheidend verbessern. Eine zentrale Rolle spielen dabei der rasche Aufbau von Facharztzentren und die Reduktion der Krankenhausstruktur, um langfristig Kosten zu senken und den Patientenbedürfnissen besser gerecht zu werden.

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