Wirtschaft in Österreich verzeichnet leichten Rückgang im zweiten Quartal
Die österreichische Wirtschaft hat im zweiten Quartal 2023 einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 0,1 Prozent im Vergleich zum Vorquartal verzeichnet, wie aus dem aktuellen Wifo-Konjunkturbericht hervorgeht.
Der Rückgang ist laut dem Wirtschaftsforschungsinstitut überwiegend statistischer Natur. Er ist auf einen deutlichen Anstieg der Gütersubventionen und einen signifikanten Rückgang der Gütersteuern zurückzuführen. In der August-Schnellschätzung hatte das Wifo noch von einer stagnierenden Entwicklung ausgegangen, stellt jedoch fest, dass die Bruttowertschöpfung im zweiten Quartal um 0,1 Prozent zulegte.
Auf der Angebotsseite zeigt sich eine Zweiteilung: Während die Warenherstellung leichte Zuwächse verzeichnete, befindet sich das Bauwesen seit dem vierten Quartal 2020 im Rückgang, mit Ausnahme des ersten Quartals 2025. Nachfrageseitig gab es einen deutlichen Anstieg der Ausrüstungsinvestitionen, während die Bauinvestitionen schrumpften.
Die Beschäftigung stagnierte im zweiten Quartal nahezu, und die Arbeitslosenquote erreicht ihren höchsten Stand seit Juni 2026. Witterungsbedingungen wie Trockenheit und Hitze belasteten zudem die Landwirtschaft sowie die Stromerzeugung aus Wasserkraft. Im Gegensatz dazu erlebte der Tourismussektor im Sommer ein Nachfragehoch.
Einordnung
Der Rückgang des BIP könnte kurzfristig Sorgen hinsichtlich einer möglichen Konjunkturabschwächung hervorrufen. Das Wifo erwartet jedoch für die kommenden Monate eine Konjunkturaufhellung, unterstützt durch Verbesserungen bei wichtigen Vorlaufindikatoren und eine internationale Erholung der Industriekonjunktur.


