Zunahme von Hass im Netz in Österreich
Eine am Dienstag veröffentlichte Befragung der Statistik Austria zeigt, dass 37 Prozent der Befragten im Jahr 2025 in den letzten drei Monaten mit Hass im Netz konfrontiert wurden. Im Jahr 2023 lag dieser Anteil noch bei 31 Prozent.
Die meisten Meldungen über Hass beziehen sich auf politische oder gesellschaftliche Ansichten (31 Prozent), gefolgt von Religion oder Weltanschauung (26 Prozent) und ethnischer Zugehörigkeit (25 Prozent). Besonders betroffen sind junge Menschen: 51 Prozent der 16- bis 24-Jährigen sowie 25- bis 34-Jährigen berichteten, solche Inhalte wahrgenommen zu haben.
24 Prozent der Befragten gaben an, feindliche oder erniedrigende Äußerungen aufgrund von sexueller Orientierung oder Geschlechtsidentität wahrgenommen zu haben. 20 Prozent beobachteten Angriffe aufgrund des Geschlechts, während 17 Prozent auf Angriffe aufgrund körperlicher oder psychischer Beeinträchtigungen hinwiesen. Im EU-Vergleich liegt die Wahrnehmung von Hass im Netz in Österreich mit 40 Prozent unter dem Durchschnitt, während Irland (66 Prozent) und Ungarn sowie Finnland (je 56 Prozent) die höchsten Werte aufweisen.
Die Erhebung wurde im Rahmen einer EU-Verordnung durchgeführt, die alle Mitgliedstaaten zur Sammlung entsprechender Daten verpflichtet. Insgesamt nahmen 4.295 Haushalte und 5.550 Personen an der Umfrage teil, die zwischen April und Juli 2025 mittels Webfragebögen und Telefoninterviews durchgeführt wurde.
Einordnung
Die steigende Wahrnehmung von Hass im Netz ist ein besorgniserregendes Phänomen, das vor allem jüngere und besser gebildete Nutzer betrifft. Diese Entwicklung wirft Fragen zur Sicherheit und Verhaltensnormen im digitalen Raum auf und zeigt die Notwendigkeit, konkrete Maßnahmen gegen Hate Speech zu ergreifen.


