Ernteausfälle durch Dürre: Totschnig kündigt massiven Rückgang der Bauerneinkommen an

September 15, 2026 16:23
Ernteausfälle durch Dürre: Totschnig kündigt massiven Rückgang der Bauerneinkommen an

Massiver Rückgang der bäuerlichen Einkommen in Österreich erwartet

Österreichs Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig (ÖVP) prognostiziert für das Jahr 2026 einen erheblichen Rückgang der Einkommen für Bäuerinnen und Bauern wegen anhaltender Trockenheit.

Totschnig äußerte, dass die Hilfszahlungen der Regierung sowie Versicherungsleistungen für Dürreschäden die erwarteten Einkommensverluste nicht ausreichend kompensieren könnten. Im Jahr 2025 stiegen die Einkommen in der österreichischen Land- und Forstwirtschaft noch deutlich; das durchschnittliche Faktoreinkommen pro Arbeitskraft legte nominell um 12,4 Prozent und real um 8,9 Prozent zu, was auf eine gute Ernte und höhere Erlöse in der tierischen Produktion zurückzuführen ist.

Die Bauern-Einkommen unterliegen seit Jahren erheblichen Schwankungen, bedingt durch Variationen in Erntemengen, Agrarpreisen und Betriebskosten. Laut Totschnig lag das Faktoreinkommen pro Arbeitskraft im Jahr 2025 preisbereinigt auf dem Niveau von 2011.

Besonders stark betroffen von der Dürre sind Ackerbau- sowie Milch- und Rinderbetriebe. Im Grünland fehlen rund ein Drittel der Erträge, wodurch viele Betriebe gezwungen sind, auf ihre Winterfutterreserven zurückzugreifen oder Futtermittel zukaufen. Einige Betriebe haben bereits Teile ihrer Tiere verkauft, um Futtermangel zu kompensieren.

Auch in den Wein- und Obstanbaugebieten zeichnen sich Ertragseinbußen ab. Die Weinernte wird voraussichtlich ein Viertel unter dem langjährigen Durchschnitt ausfallen. Zudem wird bei Äpfeln ein Rückgang von über einem Drittel im Vergleich zu 2025 prognostiziert.

Einordnung

Die zu erwartenden Einkommensverluste in der Landwirtschaft sind eine direkte Folge der Stickstoffkrise und der mangelhaften Erträge. Dies könnte nicht nur die finanzielle Stabilität von Betrieben gefährden, sondern auch Auswirkungen auf die Lebensmittelproduktion und die ländliche Wirtschaft insgesamt haben.

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