Firmenpleiten und Privatkonkurse in der Steiermark steigen deutlich an

September 17, 2026 00:03
Firmenpleiten und Privatkonkurse in der Steiermark steigen deutlich an

Anstieg der Insolvenzen in der Steiermark

Die wirtschaftliche Lage in der Steiermark bleibt angespannt, da die Zahl der Unternehmensinsolvenzen und Privatkonkurse in den ersten drei Quartalen 2026 deutlich gestiegen ist. Besonders betroffen sind Unternehmen aus der Handels-, Gastronomie- und Bauwirtschaft.

Laut dem Kreditschutzverband KSV1870 wurden von Jänner bis Ende September 620 Unternehmensinsolvenzen registriert, was einem Anstieg von 13,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Dies bedeutet rechnerisch, dass täglich zwei Firmen in die Insolvenz gehen. Im dritten Quartal wurden mit 229 Fällen die meisten Insolvenzen des laufenden Jahres verzeichnet.

Die Hauptursachen für diese Entwicklung sind die anhaltend schwache Konjunktur, eine zurückhaltende Nachfrage und hohe Betriebskosten. Insbesondere das Bauwesen erlebte mit einem Anstieg von knapp zwölf Prozent den stärksten Zuwachs an Insolvenzen, während die Gastronomie ebenfalls ansteigende Zahlen verzeichnete. Im Handelssektor gab es eine leichte Abnahme im Vergleich zum Vorjahr.

Die finanziellen Folgen der Insolvenzen haben sich ebenfalls verschärft. Die vorläufigen Passiva betrugen rund 778 Millionen Euro, verglichen mit 293 Millionen Euro im Vorjahr, was durch mehrere Großinsolvenzen bedingt ist. Etwa 2.530 Beschäftigte verloren ihre Arbeitsplätze, was einem Anstieg um nahezu 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht.

Die Zahl der Privatinsolvenzen hat sich noch deutlicher erhöht. In den ersten drei Quartalen 2026 wurden in der Steiermark 822 Schuldenregulierungsverfahren eröffnet, ein Anstieg von 19,1 Prozent. Die Gründe hierfür sind hohe Wohn- und Lebenshaltungskosten sowie eine angespannte Lage am Arbeitsmarkt. Im dritten Quartal stieg die Zahl auf 336 Verfahren, was teilweise mit dem Auslaufen einer dreijährigen Entschuldungsmöglichkeit zusammenhängt.

Die vorläufigen Passiva der Privatkonkurse steigen ebenfalls und belaufen sich auf 106 Millionen Euro. Die durchschnittliche Verschuldung pro Schuldner ist auf rund 129.000 Euro gestiegen, was einen Anstieg um etwa 3.000 Euro im Vergleich zum Vorjahr darstellt.

Einordnung

Die Entwicklungen bei den Insolvenzen in der Steiermark zeigen eine signifikante wirtschaftliche Belastung für Unternehmen und Haushalte. Die fortschreitenden Trends deuten darauf hin, dass der finanzielle Druck auf die Betroffenen weiter zunehmen wird, was die wirtschaftliche Stabilität in der Region gefährdet.

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