50 Jahre Westfield Shopping City Süd in Vösendorf
Die Westfield Shopping City Süd (SCS) in Vösendorf, Österreichs größtes Einkaufszentrum, feiert in Kürze ihr 50-jähriges Bestehen. Die Eröffnung fand am 22. September 1976 statt, nachdem der Wiener Textilfabrikant Hans Dujsik in den 1970er-Jahren das Konzept einer Einkaufsstadt nach US-Vorbild entwickelte.
In den letzten fünf Jahrzehnten entwickelte sich die SCS zu einem zentralen Bestandteil des österreichischen Einzelhandels. Wichtige Meilensteine waren die Eröffnung des ersten Ikea-Möbelhauses in Österreich 1977, die Erweiterung der SCS im Jahr 1988 und die Errichtung einer eigenen Autobahnabfahrt 1989. 1994 wurde ein Multiplex-Kino ergänzt, und 2002 erfolgte eine umfassende Verbindung der damals bestehenden Gebäude.
Im Jahr 2008 übernahm Unibail-Rodamco-Westfield die SCS für angeblich zwischen 600 und 800 Millionen Euro von der Hans-Dujsik-Privatstiftung. Zwischen 2010 und 2013 wurde das Einkaufszentrum bei laufendem Betrieb für etwa 150 Millionen Euro modernisiert. 2021 verkaufte Unibail-Rodamco-Westfield 45 Prozent der SCS für 480 Millionen Euro an Crédit Agricole Assurances. 2023 investierte das Unternehmen weitere 25 Millionen Euro in das Multiplex und erweiterte das Freizeit- und Gastroangebot.
Die SCS umfasst etwa 330 Geschäfte auf einer Fläche von über 200.000 Quadratmetern, 60 Restaurants und 10.000 Parkplätze, und gehört damit zu den größten Einkaufszentren in Europa. Nach harten Jahren während der Corona-Pandemie hat das Zentrum 2023 wieder das Umsatzniveau von 2019 erreicht. Trotz eines schwachen Wirtschaftswachstums in Österreich erhofft sich der Zentraleuropa-Chef Paul Douay, dass die SCS bis 2025 neue Rekorde bei Umsatz und Besuchern verzeichnen wird. Eine Erweiterung des Centers ist jedoch nicht geplant.
Einordnung
Die SCS hat sich an veränderte Marktbedingungen angepasst, insbesondere im Hinblick auf den verschärften Wettbewerb durch den Onlinehandel. Die Stationäre Handelssparte sieht sich einem rückläufigen Anteil im Modebereich gegenüber, während Gastronomie und Freizeitangebote zunehmend wichtiger werden. Die Stärkung dieser Bereiche könnte entscheidend für die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit der SCS sein.


