Sberbank erwartet für Russland 2026 ein Budgetdefizit von 7,3 Billionen Rubel

September 23, 2026 09:50
Sberbank erwartet für Russland 2026 ein Budgetdefizit von 7,3 Billionen Rubel
Sberbank erwartet für Russland 2026 ein Budgetdefizit von 7,3 Billionen Rubel

Die Analysten der russischen Sberbank rechnen für das Jahr 2026 mit einem Defizit im föderalen Haushalt von 7,3 Billionen Rubel. Damit würde die Lücke deutlich über dem ursprünglich vorgesehenen Betrag von 3,8 Billionen Rubel liegen. Als zentrale Ursache werden steigende Militärausgaben im Krieg gegen die Ukraine genannt, während die Einnahmen aus dem Öl- und Gassektor nicht im gleichen Tempo wachsen.

Die Zahlen stehen in einem Zusammenhang mit einer von russischen Medien am 22. September 2026 berichteten Wirtschaftssitzung. Dort nannte Präsident Wladimir Putin für 2027 ein geplantes Haushaltsdefizit von 4,8 Billionen Rubel. Das wäre der höchste veranschlagte Fehlbetrag seit 2022 und zugleich etwa doppelt so viel wie ursprünglich für 2026 eingeplant worden war.

Defizit übertrifft frühere Planungen

Die bisherigen Haushaltsdaten zeigen, dass die tatsächlichen Fehlbeträge in Russland deutlich über den ursprünglichen Planungen liegen können. Für 2024 war ein Defizit von 1,2 Billionen Rubel vorgesehen. Am Jahresende belief sich die Lücke jedoch auf 5,6 Billionen Rubel.

Für 2026 waren zunächst 3,8 Billionen Rubel veranschlagt. Nach den vorliegenden Angaben erreichte das Defizit bereits nach den ersten acht Monaten 5,8 Billionen Rubel. Die Sberbank erwartet für das Gesamtjahr nun 7,3 Billionen Rubel. Diese Prognose liegt rund eineinhalb Mal über dem ursprünglich vorgesehenen Betrag.

Eine Analyse zu den russischen Budgetzahlen verweist dabei auf die wachsende Differenz zwischen den offiziellen Planungen und den später ausgewiesenen Ergebnissen. Die Entwicklung betrifft nicht nur einzelne Haushaltspositionen, sondern die Finanzierung des gesamten föderalen Budgets.

Militärausgaben steigen weiter

Nach den vorliegenden Angaben waren für militärische Ausgaben zunächst 12,9 Billionen Rubel eingeplant. Im Sommer wurde dieser Betrag um weitere 40 Prozent erhöht. Die zusätzlichen Ausgaben erhöhen den Finanzierungsbedarf des Staates, während die Einnahmen aus Öl und Gas hinter den Erwartungen zurückbleiben.

Der russische Staat deckt die wachsende Lücke durch neue Kredite und durch Mittel aus dem Nationalen Wohlfahrtsfonds. In den vorliegenden Angaben wird zugleich darauf verwiesen, dass die liquiden Mittel dieses Fonds nur noch begrenzt verfügbar seien. Eine genaue Summe für den verbleibenden liquiden Bestand wird dabei nicht genannt.

Damit gewinnt die Frage an Bedeutung, wie lange die bisherige Kombination aus Kreditaufnahme und Reserveeinsatz fortgesetzt werden kann. Eine weitergehende Bewertung der verfügbaren Reserven lässt sich aus den genannten Zahlen allein jedoch nicht ableiten.

Hohe Zinsen und sinkende Investitionen

Parallel zu den Belastungen des Haushalts steht die russische Wirtschaft unter dem Druck hoher Zinsen. Die Zentralbank der Russischen Föderation hält den Leitzins auf einem hohen Niveau. Das soll den Preisauftrieb begrenzen, verteuert jedoch zugleich Kredite für Unternehmen und private Haushalte.

Nach den vorliegenden Angaben gehen die Investitionen zurück. Gleichzeitig wird der Arbeitsmarkt als überhitzt beschrieben. Gemeint ist ein angespanntes Verhältnis zwischen der Nachfrage nach Arbeitskräften und dem verfügbaren Angebot. Diese Entwicklung wird neben der hohen Zinslast als weiterer Faktor genannt, der die wirtschaftliche Lage belastet.

Die verschiedenen Belastungen treten im Haushalt in Form höherer Finanzierungskosten, steigender Ausgaben und eines wachsenden Bedarfs an staatlicher Kreditaufnahme zusammen. Die verfügbaren Angaben stellen dabei keine neue Maßnahme der russischen Regierung vor, sondern beschreiben die Abweichung zwischen den bisherigen Planungen und den erwarteten Ergebnissen.

Neue Planungen für 2027

Die von Putin genannte Zahl von 4,8 Billionen Rubel für 2027 bezieht sich auf die derzeitige offizielle Planung. Sie liegt über dem ursprünglichen Ansatz für das laufende Haushaltsjahr und stellt den größten geplanten Fehlbetrag seit 2022 dar. Zugleich fällt sie niedriger aus als die von der Sberbank für 2026 erwarteten 7,3 Billionen Rubel.

Die vergangenen Haushaltsjahre zeigen, dass solche Planwerte im Verlauf des Jahres deutlich korrigiert werden können. 2024 lag das tatsächliche Defizit mehr als viermal so hoch wie zunächst vorgesehen. Im Jahr 2026 überstieg die Lücke bereits nach acht Monaten den ursprünglichen Jahresplan.

Die russische Haushaltsplanung wird damit weiterhin von den militärischen Ausgaben geprägt. Solange diese Ausgaben steigen und die Einnahmen aus dem Öl- und Gassektor nicht entsprechend zunehmen, bleibt der Staat auf zusätzliche Verschuldung und den Einsatz von Rücklagen angewiesen. Für 2027 liegt bislang die offizielle Vorgabe von 4,8 Billionen Rubel vor; für 2026 steht die Prognose der Sberbank von 7,3 Billionen Rubel im Raum.

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