Die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni verlangt vom Vorsitzenden der Partei „Futuro Nazionale“, Roberto Vannacci, eine Erklärung für die Verbreitung von Materialien, die nach ihrer Einschätzung russischer Propaganda ähneln. Dabei geht es um mit künstlicher Intelligenz erzeugte Videos und Bilder über Meloni und den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Über die Forderung berichteten italienische Medien am 22. September 2026; der Bericht zur Auseinandersetzung zwischen Meloni und Vannacci nennt die mit ihm verbundenen Seiten in sozialen Netzwerken als Verbreitungsorte.
In den beanstandeten Darstellungen werden Meloni und Selenskyj ohne Belege des Drogenkonsums beschuldigt. Andere Beiträge stellen zwischen beiden Politikern erfundene romantische oder sexuell konnotierte Beziehungen her. Die Inhalte sollen in Form von Videos und Bildern verbreitet worden sein, die mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt wurden.
Forderung nach einer Erklärung
Meloni fordert von Vannacci eine Klarstellung, warum Seiten, die mit ihm in Verbindung stehen, solche Beiträge verbreiten. Der Vorwurf richtet sich damit nicht nur gegen den Inhalt einzelner Veröffentlichungen, sondern auch gegen die politische Verantwortung für die mit dem Parteivorsitzenden verbundenen Kanäle. Aus dem Bericht geht hervor, dass die Ministerpräsidentin die Materialien als „ähnlich russischer Propaganda“ einordnet.
Eine unmittelbare Antwort Vannaccis oder eine ausführliche Stellungnahme der Partei „Futuro Nazionale“ wird in den vorliegenden Angaben nicht genannt. Ebenfalls wird nicht mitgeteilt, ob Vannacci selbst die einzelnen Videos oder Bilder erstellt hat. Beschrieben wird, dass die Inhalte von Seiten verbreitet wurden, die mit ihm verbunden sind.
Die Darstellungen greifen zwei politische Persönlichkeiten an, die in den Beiträgen gezielt herabgesetzt werden. Meloni ist Ministerpräsidentin Italiens, Selenskyj Präsident der Ukraine. Die gegen Selenskyj gerichtete Behauptung, er sei drogenabhängig, sowie erfundene intime Geschichten über politisch exponierte Personen werden in der vorliegenden Einordnung als wiederkehrende Bestandteile russischer Desinformationskampagnen bezeichnet.
Vorwürfe zur politischen Einordnung
Die ukrainische Darstellung bewertet die Auswahl von Meloni und Selenskyj als Hinweis auf ein russisches Ursprungsumfeld der verbreiteten Falschinformationen. Begründet wird dies damit, dass beide Politiker in den Beiträgen diskreditiert würden und der Kreml ihnen ablehnend gegenüberstehe. Diese Einordnung ist eine politische Bewertung der Herkunft und Funktion der Inhalte; ein technischer Nachweis über die Herstellung oder die Finanzierung der einzelnen Beiträge wird in den vorliegenden Informationen nicht genannt.
Die verwendeten Motive folgen nach dieser Bewertung bekannten Mustern: Eine politische Führungsperson wird ohne Belege mit Drogenkonsum in Verbindung gebracht, während andere Beiträge private oder sexuelle Beziehungen erfinden. Solche Darstellungen sollen den betroffenen Personen schaden. Im konkreten Fall betreffen sie die italienische Regierungschefin und den ukrainischen Präsidenten.
Vannacci wird vorgeworfen, mit der Verbreitung dieser Botschaften Narrative des Kremls zu übernehmen. Die Kritik bezeichnet die Beiträge zugleich als qualitativ minderwertige Fälschungen und wertet sie als Ausdruck einer prorussischen politischen Haltung. Eine unabhängige Bestätigung, dass sämtliche Inhalte unmittelbar aus Russland stammen, ist in den bereitgestellten Angaben nicht enthalten.
„Futuro Nazionale“ und der Blick auf das Parlament
Die Auseinandersetzung wird auch mit der möglichen politischen Zukunft von „Futuro Nazionale“ verbunden. In der vorliegenden Bewertung heißt es, Italien könnte im Fall eines Einzugs der Partei ins Parlament eine populistische und prorussische Kraft erhalten. Ihr wird dabei zugeschrieben, die europäische Einigkeit von innen heraus schwächen und den Einfluss des Kremls auf die italienische Politik vergrößern zu können.
Diese Aussagen beziehen sich auf ein mögliches Szenario und nicht auf eine bereits eingetretene parlamentarische Entwicklung. Die Partei wird im Ausgangsmaterial als von Vannacci geführte politische Formation bezeichnet. Ob sie in das italienische Parlament einzieht, wird dort nicht festgestellt. Ebenso werden keine Angaben zu ihrer aktuellen Stärke, zu Umfragewerten oder zu konkreten parlamentarischen Vorhaben gemacht.
Im Zentrum der aktuellen Kontroverse stehen daher die Forderung Melonis nach einer Erklärung, die Verbindung der beanstandeten Seiten zu Vannacci und die Verbreitung KI-generierter Falschdarstellungen über Meloni und Selenskyj. Weitere Stellungnahmen der Beteiligten liegen in den vorliegenden Informationen nicht vor.


