Die Reise einer neunköpfigen ungarischen Delegation zum Weltwirtschaftsforum in Davos kostete den ungarischen Staat mehr als 20 Millionen Forint. Einen wesentlichen Teil davon machten die Hotel- und Restaurantrechnungen für den damaligen ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán aus. Die Angaben wurden am 22. September 2026 in einem Bericht über die Davos-Reisekosten veröffentlicht.
Suite in Zürich
Orbán verbrachte während der Reise drei Nächte im Luxushotel The Dolder Grand in Zürich. Er bewohnte dort ein Zimmer der Kategorie Suite Deluxe. Die Kosten dafür lagen laut den veröffentlichten Angaben bei rund 1,5 Millionen Forint pro Nacht. Für die drei Übernachtungen ergab sich damit ein Betrag von etwa 4,5 Millionen Forint.
Die Zahlen stammen aus Unterlagen, die der ehemalige unabhängige Abgeordnete Ákos Hadházy auf dem Gerichtsweg erhalten hatte. Aus den Dokumenten geht hervor, dass sich die Gesamtkosten der Reise für die neunköpfige Delegation auf mehr als 20 Millionen Forint beliefen. In dieser Summe waren neben den Hotelzimmern auch Ausgaben für Bewirtung und weitere mit der Reise verbundene Kosten enthalten.
Zu den dokumentierten Ausgaben zählten auch teure Restaurantbesuche. Eine einzelne Abendveranstaltung schlug demnach mit rund 1,8 Millionen Forint zu Buche. Die vorliegenden Angaben weisen den Gesamtbetrag der Delegation aus; eine vollständige Aufschlüsselung sämtlicher Einzelposten liegt in der veröffentlichten Darstellung nicht vor.
Deutliche Unterschiede bei den Übernachtungskosten
Die Kosten für Orbáns Unterkunft lagen nach dem Bericht deutlich über jenen anderer ausländischer Delegationen, die am Wirtschaftsforum teilnahmen. Für den Präsidenten Argentiniens wurden demnach rund 620.000 Forint pro Nacht ausgegeben. Dänemark reservierte eine Unterkunft für etwa 132.000 Forint je Nacht.
Einige weitere Teilnehmer des Forums kamen den Angaben zufolge mit Übernachtungskosten von rund 60.000 Forint pro Nacht aus. Die genannten Beträge beziehen sich auf unterschiedliche Delegationen und Unterkünfte. Sie werden in den Unterlagen als Vergleichswerte zu den Ausgaben für die ungarische Delegation angeführt.
Damit entfielen allein auf Orbáns Suite rund 4,5 Millionen Forint. Dieser Betrag entspricht knapp einem Viertel der für die gesamte neunköpfige Reise ausgewiesenen Kosten von mehr als 20 Millionen Forint. Die Summe umfasst allerdings nicht nur die Ausgaben für den Regierungschef, sondern auch die Kosten der übrigen Delegationsmitglieder sowie Restaurant- und weitere Reiseaufwendungen.
Forderung nach Prüfung der Ausgaben
Die Veröffentlichung der Dokumente hat in Ungarn erneut die Frage nach der Verwendung öffentlicher Mittel bei Auslandsreisen politischer Vertreter aufgeworfen. In der vorliegenden Darstellung wird gefordert, die Ausgaben für ausländische Regierungsreisen während Orbáns Amtszeit umfassend zu prüfen.
Im Mittelpunkt stehen dabei mögliche Fälle nicht ausreichend begründeter Ausgaben, nicht offengelegte Rechnungen und ein möglicher Missbrauch staatlicher Ressourcen. Die veröffentlichten Unterlagen belegen die Kosten der Reise nach Davos. Ob einzelne Ausgaben rechtlich unzulässig waren oder gegen Vorschriften verstießen, geht aus den vorliegenden Angaben nicht hervor.
Die Reise fand im Zusammenhang mit dem Weltwirtschaftsforum in Davos statt. Für die Unterbringung wurde jedoch Zürich als Aufenthaltsort angegeben. Die Dokumente enthalten damit sowohl die Kosten der Hotelunterkunft als auch die Ausgaben für die Delegation und die Bewirtung.
Die Angaben zur Reise und zu den Rechnungen beruhen auf den gerichtlich erlangten Unterlagen sowie dem veröffentlichten Bericht. Eine weitergehende rechtliche Bewertung der einzelnen Ausgaben ist darin nicht enthalten.


