„Ausstellung ‚Heimatlos‘ im Jüdischen Museum thematisiert Verlust und Identität“

September 28, 2026 15:14
"Ausstellung 'Heimatlos' im Jüdischen Museum thematisiert Verlust und Identität"

Neue Ausstellung im Jüdischen Museum Wien thematisiert erzwungene Emigration

Das Jüdische Museum Wien zeigt die Ausstellung „Heimatlos. Wiener Juden im Exil“ vom 30. September 2026 bis 4. April 2027. Direktorin Barbara Staudinger stellt die zentrale Frage: „Was bedeutet es, keine Heimat mehr zu haben?“

Die Ausstellung beleuchtet die erzwungene Emigration vor dem Nationalsozialismus aus einer kritischen Perspektive. Kuratorin Caitlin Gura hebt hervor, dass das individuelle Schicksal hinter den Exilarbeiten sichtbar gemacht werden soll. Erlebnisberichte und persönliche Gegenstände werden als zentrale Elemente genutzt, um die komplexen Biografien der Betroffenen zu erzählen.

Zu den Exponaten zählen persönliche Erinnerungsstücke, wie das Trachtenensemble der Familie Klarwill und ein Designerkleid von Gisela Ephrussi. Diese Objekte verdeutlichen die emotionalen und bürokratischen Herausforderungen, mit denen die Emigranten konfrontiert waren. Eine Fotovergrößerung zeigt Erich Zeisl mit seiner Familie am Abend ihrer Ausreise, ein Bild der Unsicherheit und Trauer.

Die Ausstellung dokumentiert auch die lange bürokratische Vorgehensweise, die den Ausreisenden auferlegt wurde. Auf die erzwungenen Vermögensverzeichnisse folgten Enteignungen und Kündigungsbriefe, wie im Fall des Ehepaars Biegler, das fälschlicherweise aufgrund der „arischen“ Einstufung von Elisabeth delogiert wurde.

Viele der gezeigten Objekte stammen aus dem Museumsbestand und wurden von Nachfahren zur Verfügung gestellt. Die Ausstellung enthält auch Leihgaben prominenter Familien, darunter das Notizheft von Stefan Zweig aus seiner Emigration.

Einordnung

Die Ausstellung „Heimatlos“ bietet einen differenzierten Blick auf die persönlichen Geschichten von Juden im Exil und die tiefgreifenden Auswirkungen der Emigration. Sie konfrontiert mit den Herausforderungen, die bei der Flucht aus dem Nationalsozialismus entstanden und thematisiert die Konstruktion von Identität in der Diaspora.

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