In Österreich sind bislang 793 Verdachtsfälle von Nebenwirkungen im Zusammenhang mit den Wirkstoffen Semaglutid und Tirzepatid gemeldet worden. Das Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG) warnt zugleich davor, aus diesen Meldungen auf einen ursächlichen Zusammenhang mit den Todesfällen zu schließen.
Von den gemeldeten Fällen betrafen 247 Semaglutid und 546 Tirzepatid. Bei acht Meldungen wurde ein tödlicher Ausgang angegeben, davon fünf im Zusammenhang mit Semaglutid und drei mit Tirzepatid.
Insgesamt stufte das BASG 209 Meldungen als schwerwiegend ein. Genannt werden unter anderem akute Bauchspeicheldrüsen- und Gallenblasenentzündungen, Vorhofflimmern sowie eine Schädigung des Sehnervs.
Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) überwacht zugelassene Arzneimittel laufend, unter anderem auf Grundlage von Meldungen aus der EudraVigilance-Datenbank und regelmäßigen Sicherheitsberichten der Zulassungsinhaber. Für Wegovy mit dem Wirkstoff Semaglutid hält die EMA den Nutzen bei der Gewichtsreduktion für belegt; die bekannten Nebenwirkungen gelten als beherrschbar.
Auch bei Mounjaro mit Tirzepatid kommt die EMA zu dem Schluss, dass der Nutzen die Risiken überwiegt. Das BASG mahnt zudem zur Vorsicht bei Internetangeboten und betont: „Es ist zu betonen, dass es sich um rezeptpflichtige Arzneimittel handelt und jede Anwendung daher nur unter strikter Verschreibung und therapeutischer Begleitung eines/r Arztes/Ärztin stattfinden dürfen. Vor Fälschungen aus dem Internet, die jederzeit erneut im Netz auftauchen können, wird zudem eindringlich gewarnt“.


