Die geplante Linzer Ostumfahrung ist mit einem neuen Umweltbericht an das Verkehrsministerium weitergeleitet worden. Der Bericht empfiehlt den stadtnahen Korridor, die betroffenen Gemeinden Engerwitzdorf, Steyregg und Linz lehnen diese Variante aber weiter ab.
Verkehrs-Landesrat Günther Steinkellner (FPÖ) hat den Bericht der Landes-Direktion Straßenbau vorgelegt und wirbt weiterhin für den stadtnahen Verlauf. Das Papier liegt nun im Ministerium.
Verkehrsminister Peter Hanke (SPÖ) sagte in einem OÖN-Interview, er sehe die Notwendigkeit einer raschen Entscheidung, werde aber die regionale politische Ebene und die dort lebenden Menschen nicht ignorieren.
Der Bericht kommt nach Angaben Steinkellners zu dem Schluss, dass der stadtnahen Korridor die Ziele insgesamt am umfassendsten erfülle. Genannt werden dafür verkehrliche, wirtschaftliche, gesellschaftliche und ökologische Gründe.
Die geplante Trasse würde von der A7 bei Niederkulm beziehungsweise Treffling über einen Tunnel unter dem Pfenningberg nach Steyregg, über die Donau bei Traunspitz zum Voest-Gelände, weiter über die Traun und teilweise in Tunneln und geschlossenen Abschnitten durch Ebelsberg bis zur A1 bei Mönchgraben und Tödling führen.
Gleichzeitig verweist der Bericht auf die aktuelle Belastung der A7 Richtung Linz. Dort kommt es laut Darstellung täglich am Morgen zu Staus, zumindest ab der Anschlussstelle Treffling, teils noch weiter zurück.
Steinkellner verweist außerdem auf eine Prognose für 2040: Gegenüber 2025 werden auf der A7 nördlich von Linz rund 24.000 zusätzliche Fahrzeuge pro Tag, auf Höhe Bindermichl rund 15.500 Fahrzeuge mehr und südlich von Linz 10.000 Fahrzeuge mehr erwartet.
Engerwitzdorf, Linz und Steyregg gelten in der Darstellung als Gegner der stadtnahen Variante. Der Engerwitzdorfer Gemeinderat hatte sich bereits 2019 per Beschluss dagegen ausgesprochen.
Aus Engerwitzdorf wird zudem auf die Regional-Stadtbahn nach Pregarten verwiesen, die aus Sicht der Gemeinde zuerst vorangetrieben werden sollte. Bürgermeister Christoph Meisinger (ÖVP) sagte dazu: „Bei den Planungen sollte man bedenken, dass es um den Lebensraum von Menschen geht“.
Steyreggs Bürgermeister Gerhard Hintringer (SPÖ) meinte, man hätte die Ostumfahrung gemeinsam mit der Mauthausner Brücke neu planen müssen. Der grüne Vizebürgermeister Andreas Giritzer verwies darauf, dass sich auf der A7 durch intelligente Verkehrsführung etwas verbessern ließe.
Die Entscheidung über die Trasse ist damit noch offen. Der Bericht liegt beim Ministerium, eine finale Festlegung ist nach den vorliegenden Angaben nicht genannt.


