Die Insolvenzstatistik für Tirol weist in den ersten drei Quartalen 2026 eine gegensätzliche Entwicklung aus: Unternehmensinsolvenzen gingen deutlich zurück, während Privatinsolvenzen stark zunahmen.
In Tirol wurden in diesem Zeitraum 144 Unternehmensinsolvenzen eröffnet. Das entspricht einem Rückgang um 24,21 Prozent gegenüber den ersten drei Quartalen 2025; damit verzeichnet das Land unter allen Bundesländern den stärksten Rückgang.
Bei den Privatinsolvenzen liegt Tirol hingegen an der Spitze. Mit 619 eröffneten Verfahren wurde gegenüber dem Vorjahreszeitraum ein Plus von 25,56 Prozent registriert.
Österreichweit wurden in den ersten neun Monaten des Jahres 7.329 Privatinsolvenzen eröffnet, das war ein Anstieg um 9,8 Prozent. Der Alpenländische Kreditorenverband (AKV Europa) spricht dennoch nicht von einer nachhaltigen Entspannung der Wirtschaftslage.
Österreichweit stiegen auch die Verfahrensabweisungen mangels kostendeckenden Vermögens um 17,13 Prozent. Zudem waren in den ersten drei Quartalen 2026 12.015 Arbeitsplätze von Unternehmensinsolvenzen betroffen, um 7,8 Prozent mehr als im Vorjahr.
Für das Gesamtjahr 2026 rechnet der AKV Europa österreichweit mit rund 4.000 eröffneten Firmeninsolvenzen. Einschließlich der Verfahrensabweisungen erwartet der Verband etwa 7.300 Unternehmensinsolvenzen, bei den Privatinsolvenzen rund 9.500 eröffnete Verfahren bis Jahresende.
Unter den Branchen mit besonders vielen Verfahren lagen österreichweit der Handel mit 695 eröffneten Fällen, das Baugewerbe mit 664 und die Gastronomie mit 525.
Bei den eröffneten Privatkonkursen beliefen sich die Gesamtverbindlichkeiten in Österreich auf rund 1,31 Milliarden Euro. Die durchschnittliche Verschuldung pro Fall stieg laut AKV Europa von rund 148.800 Euro auf 179.000 Euro; bei Personen über 60 Jahren lag sie bei rund 240.300 Euro.


