Der russische Präsident Wladimir Putin hat den Erfolg der AfD bei der Wahl in Sachsen-Anhalt mit angeblichen Fehlern des Westens und der Furcht deutscher Bürger vor einem Konflikt mit Russland erklärt. Europäische Regierungen würden ihre Bevölkerung unbegründet in eine Auseinandersetzung mit Russland hineinziehen, sagte Putin am 12. September 2026 bei einer Pressekonferenz in Neu-Delhi am Rande des BRICS-Gipfels. Diese Entwicklung führe zu Verunsicherung und wirke sich auf die Wahlergebnisse aus. Ein Bericht über Putins Erklärung zum AfD-Wahlerfolg fasst seine Aussagen zusammen.
Putin stellte dabei die politische Verantwortung für die Konfrontation anders dar. Russland bedrohe keine europäischen Staaten und habe keinen Grund für einen Konflikt, erklärte er. Die Initiative für die Konfrontation gehe vielmehr von Europa aus. Eine konkrete Begründung für diese Darstellung lieferte er in den wiedergegebenen Aussagen nicht.
Putin verbindet Truppenfrage mit Kriegsrisiko
Der Kremlchef bezog sich außerdem auf die Diskussion über eine mögliche Stationierung von Truppen in der Ukraine. Eine solche Entscheidung verknüpfte er mit dem Risiko eines „Krieges mit der Russischen Föderation“. Damit stellte Putin die Debatte über mögliche militärische Unterstützung für die Ukraine in den Zusammenhang einer direkten Auseinandersetzung zwischen Russland und europäischen Staaten.
Seine Erklärung zum Wahlerfolg der AfD folgt zugleich einer politischen Zuordnung, in der die Verantwortung für die Spannungen bei westlichen und europäischen Regierungen liegt. Die Unterstützung der Ukraine, der wirtschaftliche und politische Druck auf Russland sowie die Frage der europäischen Sicherheitszusammenarbeit werden in dieser Darstellung als Faktoren deutscher Verunsicherung beschrieben. Putin stellte den Ausgang der Wahl damit als Reaktion auf die Politik des Westens dar.
Medwedew droht deutschen Einrichtungen
Parallel dazu richtete der frühere russische Präsident und heutige stellvertretende Vorsitzende des russischen Sicherheitsrates, Dmitri Medwedew, Drohungen gegen Deutschland. Er stellte direkte Angriffe auf deutsche Rüstungsbetriebe sowie auf „einige andere Objekte in Berlin“ in Aussicht. Die Äußerung bezog sich auf den Fall einer weiteren deutschen oder europäischen militärischen Unterstützung für die Ukraine.
Medwedew hatte in der Vergangenheit wiederholt mit militärischen und nuklearen Konsequenzen für westliche Staaten gedroht. Auch die nun wiedergegebenen Aussagen reihen sich in diese frühere Rhetorik ein. Eine konkrete Entscheidung über einen Angriff auf die genannten Einrichtungen wurde nicht mitgeteilt. Die Äußerung blieb eine Drohung.
Überschneidungen bei politischen Botschaften
Die Aussagen Putins und Medwedews fielen im Zusammenhang mit der deutschen Debatte über die AfD, die Unterstützung der Ukraine und den weiteren Umgang mit Russland. Putin erklärte den Wahlerfolg der Partei nicht mit innenpolitischen Einzelthemen, sondern mit der europäischen Außen- und Sicherheitspolitik. Im Mittelpunkt seiner Darstellung standen die Ablehnung einer Konfrontation mit Russland und die Warnung vor einer möglichen Ausweitung des Krieges.
Damit griff der russische Präsident Argumentationsmuster auf, die auch in der politischen Auseinandersetzung über Waffenlieferungen, Sanktionen und die Beziehungen zu Moskau verwendet werden. Die AfD wird in der vorliegenden Bewertung mit Forderungen nach größerer Distanz zur Unterstützung der Ukraine und nach einer Abkehr von der politischen und wirtschaftlichen Isolierung Russlands verbunden. Putin stellte den Wahlerfolg der Partei als Beleg für eine wachsende Ablehnung des westlichen Kurses dar.
Diese Interpretation ist Teil seiner eigenen Erklärung des Wahlergebnisses. Aus den wiedergegebenen Aussagen lässt sich nicht ableiten, dass sämtliche Wählerinnen und Wähler der AfD dieselben außenpolitischen Positionen teilen. Fest steht, dass Putin den Erfolg der Partei ausdrücklich mit der Politik europäischer Regierungen und mit der Sorge vor einem Konflikt mit Russland verknüpfte.
Die Drohungen Medwedews gegenüber deutschen Einrichtungen erfolgten im selben politischen Zusammenhang, wurden aber als eigene Äußerungen des früheren Präsidenten wiedergegeben. Angaben zu konkreten Maßnahmen, Zeitpunkten oder weiteren Reaktionen deutscher Stellen lagen in dem Bericht nicht vor.
In Neu-Delhi verband Putin damit seine Erklärung des AfD-Erfolgs mit grundsätzlichen Aussagen zur europäischen Sicherheits- und Russlandpolitik; Medwedew setzte zugleich seine Drohrhetorik gegenüber Deutschland fort.


