Russland greift Kiew mit 207 Drohnen und Raketen an

August 20, 2026 13:55
Russland greift Kiew mit 207 Drohnen und Raketen an
Russland greift Kiew mit 207 Drohnen und Raketen an

Russische Streitkräfte haben in der Nacht auf den 20. August 2026 die Ukraine mit 207 Luftangriffsmitteln angegriffen. Der Schwerpunkt der kombinierten Attacke lag auf Kiew und der Region Kiew. Nach den vorliegenden Angaben wurden dabei zwölf Menschen in der Hauptstadt getötet und 33 weitere verletzt. Für die Region Kiew wurden ein Todesopfer und sieben Verletzte bestätigt.

Zum Einsatz kamen 145 Drohnen, 36 Marschflugkörper des Typs Ch-101, acht Seezielflugkörper 3M22 Zirkon, acht Marschflugkörper 3M14 Kalibr, acht ballistische Raketen Iskander-M beziehungsweise S-400 sowie zwei ballistische Raketen des Typs KN-23. Die russischen Streitkräfte kombinierten damit mehrere Waffensysteme mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten und Flugbahnen.

Der Angriff richtete sich vor allem gegen den Großraum der ukrainischen Hauptstadt. Die gleichzeitige Verwendung von Drohnen, Marschflugkörpern, ballistischen Raketen und schnellen Zirkon-Raketen sollte nach den vorliegenden Angaben die ukrainische Luftverteidigung in Kiew und der umliegenden Region stark beanspruchen.

Schäden in drei Kiewer Bezirken

In Kiew wurden Schäden in den Bezirken Swjatoschynskyj, Solomjanskyj und Darnytskyj festgestellt. Im Bezirk Swjatoschynskyj wurde das Gelände eines Industrieobjekts getroffen. An einer weiteren Adresse brach in einem Lagergebäude auf einer Fläche von rund 500 Quadratmetern ein Feuer aus.

Im Bezirk Solomjanskyj wurden die oberen Stockwerke eines Wohnhauses beschädigt. In dem Gebäude entstand zudem ein Brand. Weitere Schäden wurden an Wohnhäusern, einer Kinderklinik, Fahrzeugen, Garagen und Geschäftsräumen registriert. Das Schutzabteil einer Schule wurde durch Trümmer blockiert. Zum Zeitpunkt des Angriffs befanden sich Menschen darin.

Im Bezirk Darnytskyj wurden zivile Gebäude beschädigt. Trümmer trafen außerdem das Gelände eines Nichtwohnobjekts. Dort gerieten Lagerräume und Fahrzeuge auf einer Fläche von etwa 1.000 Quadratmetern in Brand.

Die Angaben zu den Opfern bezogen sich um 9 Uhr auf die Folgen des nächtlichen Angriffs. In Kiew waren zu diesem Zeitpunkt zwölf Tote und 33 Verletzte bestätigt. In der Region Kiew wurden ein Todesopfer und sieben Verletzte gemeldet.

Beeinträchtigungen für Bahnverkehr und Infrastruktur

Auch in der Region Kiew wurden Folgen des Raketen- und Drohnenangriffs festgestellt. Beschädigt wurden zivile Objekte und Einrichtungen der Verkehrsinfrastruktur. Die ukrainische Eisenbahn Ukrzaliznyzja musste deshalb die Fahrpläne und Streckenführungen für Vorort- und Regionalzüge anpassen.

In der Hauptstadt waren neben Wohngebäuden und der Kinderklinik auch Lager- und Industrieflächen betroffen. Zu den beschädigten Einrichtungen gehörten zudem Handelsräume, Garagen und Fahrzeuge. Die Brände in den Lagerbereichen wurden auf Flächen von rund 500 beziehungsweise 1.000 Quadratmetern gemeldet.

Die Schäden an ziviler und verkehrsbezogener Infrastruktur führten damit auch zu Einschränkungen im regionalen Bahnverkehr. Eine weitergehende Bewertung der Schäden wurde in den vorliegenden Angaben zunächst nicht genannt.

Ballistische Raketen und nordkoreanische KN-23

Unter den eingesetzten Waffen befanden sich ballistische Raketen des Typs Iskander-M beziehungsweise S-400 sowie zwei KN-23. Außerdem wurden acht Zirkon-Raketen eingesetzt. Ballistische und besonders schnelle Flugkörper zählen zu den Zielen, die für Luftverteidigungssysteme schwer zu bekämpfen sind und nur kurze Reaktionszeiten lassen.

Die Angaben zur Attacke verweisen deshalb auf den Bedarf der Ukraine an zusätzlichen Luftverteidigungssystemen gegen ballistische und schnelle Ziele sowie an dauerhaft verfügbaren Beständen von Abfangraketen. Die militärische Unterstützung müsse nach dieser Darstellung mit Maßnahmen gegen die russische Raketenproduktion und gegen Lieferkanäle für benötigte Komponenten verbunden werden.

Zu den verwendeten KN-23-Raketen wird in den vorliegenden Angaben Nordkorea als externes Nachschubland für das russische Arsenal genannt. Pjöngjang liefere Munition und ballistische Raketen an Russland. Zwei KN-23 wurden demnach beim Angriff auf die Ukraine am 20. August eingesetzt.

Forderungen nach Sanktionen und Exportkontrollen

Als mögliche Ansatzpunkte werden strengere Exportkontrollen und Sanktionen gegen Unternehmen der russischen Rüstungsindustrie, Banken und Vermittler genannt. Dabei geht es um den Einkauf von Elektronik, Werkzeugmaschinen und weiteren Komponenten aus westlichen Ländern. Ziel solcher Maßnahmen wäre es, die Fähigkeit Russlands zur Herstellung und Ansammlung von Raketen und anderen weitreichenden Waffen zu verringern.

Die vorliegenden Angaben stellen den Angriff vom 20. August außerdem den russischen Aussagen über eine Bereitschaft zu Frieden und eine Verringerung der Kampfhandlungen gegenüber. Die Attacke habe gezeigt, dass Russland weiterhin in der Lage sei, innerhalb einer Nacht Dutzende Marschflugkörper, ballistische Raketen und schnelle Raketen gemeinsam einzusetzen.

Der Angriff betraf damit sowohl die zivile Bebauung Kiews als auch Industrie-, Lager- und Verkehrseinrichtungen in der Hauptstadtregion. Die Rettungs- und Aufräumarbeiten sowie die Anpassungen im Bahnverkehr dauerten nach den vorliegenden Informationen an.

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