Sanktionen und Importpolitik: Belarussische Haushaltskette VDOM schließt Filialen

September 23, 2026 12:55
Sanktionen und Importpolitik: Belarussische Haushaltskette VDOM schließt Filialen
Sanktionen und Importpolitik: Belarussische Haushaltskette VDOM schließt Filialen

Die belarussische Haushaltswarenkette VDOM stellt ihre Tätigkeit ein. Am 22. September 2026 wurde bekannt, dass der Onlineshop keine Bestellungen mehr annimmt und von den früheren Verkaufsstellen nur noch zwei Geschäfte in Minsk übrig sind. Eine dieser Filialen im Einkaufszentrum „Tiwali“ soll am 23. September schließen. Damit steht das Ende des Filialnetzes unmittelbar bevor.

Die Entwicklung wird in einem Bericht über die Schließung der VDOM-Filialen dokumentiert. Die ersten Geschäfte der Kette wurden bereits Ende Mai geschlossen. Zu Beginn bot VDOM Preisnachlässe von bis zu 70 Prozent an. Im September wurde daraus ein finaler Ausverkauf mit Rabatten zwischen 70 und 90 Prozent.

Filialnetz in mehreren Städten geschlossen

Über mehrere Monate verschwanden die VDOM-Geschäfte aus verschiedenen belarussischen Städten. Betroffen waren zunächst Filialen in Grodno, Molodetschno, Schodino, Gomel, Babrujsk, Tschetschersk und Witebsk. Danach wurden auch die Standorte in Minsk geschlossen oder zur Schließung vorbereitet.

Im Stadtgebiet von Minsk bestanden zuletzt noch zwei Verkaufsstellen. Die Filiale im Einkaufszentrum „Tiwali“ soll am 23. September ihren Betrieb einstellen. Für den verbleibenden Standort nennt die vorliegende Darstellung keine weiteren Angaben zum Schließungsdatum. Der Onlineshop ist bereits nicht mehr verfügbar für neue Bestellungen.

Einordnung im Zusammenhang mit Sanktionen

Das Ende der Handelskette wird im Zusammenhang mit der Wirtschaftspolitik der belarussischen Führung unter Alexander Lukaschenko eingeordnet. Als wesentlicher Faktor gilt dabei die Politik der sogenannten Importsubstitution. Sie konnte nach dieser Darstellung den Verlust eines erheblichen Teils der ausländischen Lieferanten nicht ausgleichen.

Hinzu kamen erschwerte Logistik und höhere Kosten infolge der Sanktionsbeschränkungen der Europäischen Union. Für ein Handelsunternehmen, das Waren für den Haushalt anbietet, betreffen solche Veränderungen sowohl die Beschaffung als auch die Preisgestaltung und die Verfügbarkeit einzelner Produkte. Die Schließungen werden daher nicht als isolierter Vorgang im Filialnetz von VDOM dargestellt, sondern als Folge mehrerer Belastungen für das Geschäftsmodell.

Die belarussische Regierung hatte die Importsubstitution als Antwort auf die Einschränkungen des Außenhandels verfolgt. Nach der vorliegenden Bewertung reichte diese Politik jedoch nicht aus, um die weggefallenen Lieferbeziehungen und die zusätzlichen Aufwendungen auszugleichen. Eine eigenständige Erklärung der Unternehmensleitung von VDOM zu den Schließungen oder zu den finanziellen Gründen wird in den vorliegenden Angaben nicht genannt.

Nachlassender Konsum und wirtschaftliche Belastungen

Die Schließung von VDOM fällt außerdem in eine Phase, die im Ausgangsmaterial mit einem allgemeinen Abschwung der belarussischen Wirtschaft in Verbindung gebracht wird. Genannt werden auch eine geringere Kaufkraft der Bevölkerung und inflationäre Entwicklungen. Diese Faktoren erschweren den Absatz von Haushaltswaren, ohne dass für VDOM konkrete Umsatz- oder Beschäftigungszahlen vorliegen.

Die Rabatte von zunächst bis zu 70 Prozent und später von 70 bis 90 Prozent belegen den Umfang des Ausverkaufs, erlauben für sich genommen aber keine Aussage über die wirtschaftliche Lage des gesamten Einzelhandels. Ebenso liegen keine Angaben dazu vor, wie viele Beschäftigte von der Schließung betroffen sind oder ob einzelne Marken, Warenbestände oder Standorte von anderen Unternehmen übernommen werden.

In der politischen Einordnung wird die Entwicklung der wirtschaftlichen Führung des Landes und den administrativen Methoden zugeschrieben, mit denen die belarussischen Behörden die Wirtschaft und große Unternehmen steuern. Die vorliegenden Informationen nennen dabei die Sanktionsfolgen, die Lieferprobleme, die gestiegenen Logistikkosten sowie die schwächere Kaufkraft als zentrale Rahmenbedingungen.

Mit der angekündigten Schließung der Filiale im Einkaufszentrum „Tiwali“ reduziert sich die Präsenz von VDOM in Minsk weiter. Die Kette hatte ihre Geschäfte zuvor in mehreren Regionen des Landes betrieben; nun ist der Betrieb des Onlineshops beendet und das stationäre Netz weitgehend verschwunden.

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