Säpo stoppt russische SVR-Operation gegen Schweden, NATO und EU

August 12, 2026 13:30
Säpo stoppt russische SVR-Operation gegen Schweden, NATO und EU
Säpo stoppt russische SVR-Operation gegen Schweden, NATO und EU

Die schwedische Sicherheitsbehörde Säpo hat nach eigenen Angaben eine von der russischen Auslandsaufklärung SVR geplante und koordinierte Operation aufgedeckt und beendet. Ziel der Aktivitäten sei es gewesen, Einfluss auf politische Entscheidungsprozesse in Schweden zu nehmen und Schweden, die NATO sowie die Europäische Union zu diskreditieren. Dabei sollte ein Agent eingesetzt werden, der in einer ausländischen diplomatischen Vertretung in Stockholm stationiert war.

Über die Maßnahme wurde am 11. August 2026 berichtet. Die von Säpo aufgedeckte russische Geheimdienstoperation war demnach über einen längeren Zeitraum vorbereitet worden. Die schwedische Behörde machte keine Angaben dazu, um welche diplomatische Mission es sich handelte oder ob der eingesetzte Agent festgenommen beziehungsweise ausgewiesen wurde.

Agent unter diplomatischer Tarnung

Nach Darstellung der schwedischen Sicherheitsbehörde beschränkte sich die Operation nicht auf die Beschaffung vertraulicher Informationen. Die SVR habe vielmehr versucht, über einen Mitarbeiter mit Zugang zu einer ausländischen diplomatischen Vertretung Einfluss auf schwedische Entscheidungsprozesse auszuüben. Der Einsatz eines solchen Agenten sollte den Aktivitäten ein diplomatisches Umfeld geben und den Zugang zu Personen oder Informationen erleichtern.

Als weitere Ziele nannte Säpo die Diskreditierung Schwedens, der NATO und der EU. Die Behörde ordnete die Operation damit einem Vorgehen zu, das neben nachrichtendienstlicher Informationsgewinnung auch politische Einflussnahme umfasst. Angaben zu konkreten Maßnahmen, Kontaktpersonen oder bereits erzielten Ergebnissen wurden zunächst nicht veröffentlicht.

Schweden hatte 2024 die NATO-Mitgliedschaft vollzogen. Damit ist das Land Teil des nordatlantischen Bündnisses und der sicherheitspolitischen Zusammenarbeit seiner Mitgliedstaaten in Nordeuropa. Die schwedische Sicherheitsbehörde stellte die nun bekannt gewordene Operation in diesen außen- und sicherheitspolitischen Zusammenhang, ohne öffentlich eine einzelne militärische oder politische Entscheidung als konkretes Ziel zu nennen.

Stockholm spricht von systematischem Vorgehen

Der schwedische Justizminister Gunnar Strömmer bezeichnete den Fall als Bestandteil einer systematischen Strategie Russlands. Nach Angaben der schwedischen Regierung werden Russland, China und Iran weiterhin als die wichtigsten Quellen nachrichtendienstlicher Bedrohungen für die Staaten Nordeuropas betrachtet.

Die Einordnung des Justizministeriums deutet darauf hin, dass Stockholm die Aktivitäten russischer Nachrichtendienste nicht als isolierten Einzelfall behandelt. Im Mittelpunkt stehen nach den vorliegenden Angaben Versuche, staatliche Entscheidungsprozesse zu beeinflussen und das Ansehen Schwedens sowie das Vertrauen in die Zusammenarbeit mit NATO und EU zu schwächen.

Die schwedischen Behörden beschrieben die Operation als umfassend angelegt. Sie habe sich nicht allein auf staatliche oder militärische Geheimnisse bezogen, sondern auch auf die politische und institutionelle Ebene. Dazu gehörten nach der Darstellung aus Stockholm der Versuch, innere Gegensätze zu verstärken, sowie Bemühungen, die gemeinsame Position von NATO- und EU-Staaten in für Russland wichtigen Fragen zu erschweren.

Keine Angaben zu konkretem Wahlbezug

In Schweden finden am 13. September Parlamentswahlen statt. Ein direkter Zusammenhang zwischen der aufgedeckten Operation und dem Wahltermin wurde in den vorliegenden Angaben nicht hergestellt. Die veröffentlichten Informationen beschreiben vielmehr eine längerfristig vorbereitete Tätigkeit, die auf den Einfluss staatlicher Entscheidungen und auf die Beziehungen Schwedens zu seinen europäischen und transatlantischen Partnern gerichtet gewesen sein soll.

Damit unterscheidet sich der bekannt gewordene Vorgang von einer kurzfristigen, unmittelbar auf einen Wahlkampf zugeschnittenen Informationskampagne. Die schwedische Sicherheitsbehörde nannte jedoch weder einen bestimmten Zeitraum für die Planung noch Einzelheiten zu den Kommunikationswegen oder den Personen, die außerhalb der diplomatischen Vertretung beteiligt gewesen sein könnten.

Ermittlungen bleiben unter Verschluss

Säpo veröffentlichte auch keine Angaben dazu, wie die Operation entdeckt wurde. Unklar blieb ebenso, ob weitere Personen in Schweden oder in anderen Staaten kontaktiert worden waren. Bei nachrichtendienstlichen Verfahren werden solche Details in der Regel erst bekannt, wenn laufende Ermittlungen, diplomatische Schritte oder gerichtliche Verfahren dies zulassen.

Fest steht nach den Mitteilungen der schwedischen Sicherheitsbehörde, dass die russische SVR für die Planung und Koordination verantwortlich gewesen sein soll und dass ein Agent in einer ausländischen diplomatischen Mission in Stockholm eingesetzt werden sollte. Die Operation wurde nach Angaben aus Stockholm beendet, bevor weitere Einzelheiten öffentlich gemacht wurden.

Für die nordischen Staaten bleibt die Aktivität russischer Nachrichtendienste damit ein Gegenstand der nationalen Sicherheitsarbeit. Schweden will den Fall vor dem Hintergrund seiner NATO-Mitgliedschaft und seiner Zusammenarbeit mit der Europäischen Union bewerten. Weitere Informationen der Behörden zu dem Einsatz in Stockholm liegen derzeit nicht vor.

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