USA setzen Warschauer Shelbit Technologies und iranischen Leiter auf Sanktionsliste

August 19, 2026 21:39
USA setzen Warschauer Shelbit Technologies und iranischen Leiter auf Sanktionsliste
USA setzen Warschauer Shelbit Technologies und iranischen Leiter auf Sanktionsliste

Die US-Behörden haben die in Warschau registrierte Shelbit Technologies und ihren iranischen Geschäftsführer Siavash Kayvanpour auf eine Sanktionsliste gesetzt. Nach Darstellung der amerikanischen Regierung gehört das Unternehmen zu einem internationalen Netzwerk, das dem Iran dabei geholfen haben soll, Beschränkungen zu umgehen. Die polnische Zeitung „Gazeta Wyborcza“ berichtete über den Fall.

Das Netzwerk soll für seine Zahlungsabwicklung digitale Vermögenswerte und Firmen in mehreren Ländern genutzt haben. Die beteiligten Strukturen waren demnach in Europa und im Nahen Osten tätig. Ziel der Konstruktion war es, Transaktionen über verschiedene Unternehmen und digitale Adressen abzuwickeln, ohne dabei zusätzliche Aufmerksamkeit zu erzeugen.

Verbindungen nach Georgien, Dubai und Teheran

Shelbit Technologies wurde in Warschau registriert. Im Jahr 2024 übernahm der iranische Staatsbürger Siavash Kayvanpour die Leitung des Unternehmens. Die polnische Gesellschaft war Teil der größeren Shelbit-Gruppe, zu der auch Strukturen in Georgien, Dubai und Teheran gehört haben sollen.

Nach den von „Gazeta Wyborcza“ angeführten Angaben könnten über dieses Netzwerk Geschäfte im Umfang von bis zu vier Milliarden US-Dollar unter Umgehung von Sanktionen abgewickelt worden sein. Die betreffenden Mittel werden mit der iranischen Zentralbank und illegalem Online-Glücksspiel in Verbindung gebracht. Einige digitale Adressen sollen außerdem Verbindungen zu den Islamischen Revolutionsgarden aufweisen.

Die Angaben beschreiben dabei nicht, dass Shelbit Technologies selbst die betreffenden Geldbeträge unmittelbar transferiert hätte. Die mögliche Funktion der polnischen Gesellschaft lag demnach vielmehr in ihrer Registrierung innerhalb der Europäischen Union. Eine solche Registrierung konnte der Gruppe den Anschein eines europäischen Unternehmens verleihen und den Zugang zu Konten bei Finanzinstitutionen erleichtern.

Eintrag im polnischen Register für virtuelle Währungen

Shelbit Technologies war zudem in das polnische Register für Unternehmen eingetragen, die mit virtuellen Währungen arbeiten. Der Registereintrag bedeutete nach den vorliegenden Angaben, dass die Gesellschaft formal als in Polen tätiger Anbieter in diesem Bereich auftrat. Im Zusammenhang mit den US-Sanktionen wird diese Eintragung als ein Element der Struktur beschrieben, das zusätzliches Vertrauen in die geschäftliche Tätigkeit der Gruppe schaffen konnte.

Die US-Behörden betrachten die Gesellschaft und ihren iranischen Leiter damit nicht als isolierten Fall, sondern als Bestandteile eines größeren Geflechts. Dieses umfasste Firmen und operative Strukturen in mehreren Staaten. Die Zahlungen sollen über digitale Vermögenswerte und unterschiedliche Unternehmensverbindungen organisiert worden sein. Welche einzelnen Transaktionen Shelbit Technologies selbst durchgeführt haben soll, wird in den vorliegenden Angaben nicht näher beschrieben.

Zweiter Fall innerhalb von zehn Monaten

Für Polen ist es innerhalb von zehn Monaten bereits der zweite vergleichbare Vorgang. Zuvor war im polnischen Firmenregister Huione Crypto entdeckt worden. Das Unternehmen wurde mit einem kambodschanischen Kartell in Verbindung gebracht, gegen das die Vereinigten Staaten Sanktionen verhängt haben.

Beide Gesellschaften, Shelbit Technologies und Huione Crypto, waren in Warschau unter derselben Adresse registriert. Die gemeinsame Adresse ist in den Angaben zu den beiden Fällen dokumentiert. Sie stellt zunächst eine gemeinsame formale Registrierungsangabe dar; eine weitergehende operative Verbindung zwischen den Unternehmen wird in dem vorliegenden Bericht nicht beschrieben.

Der Fall Shelbit verbindet damit mehrere Ebenen: eine polnische Gesellschaft, einen iranischen Geschäftsführer, Unternehmensbezüge nach Georgien, Dubai und Teheran sowie Zahlungsströme, die von den US-Behörden mit der Umgehung von Sanktionen in Verbindung gebracht werden. Im Zentrum der amerikanischen Maßnahme stehen die Gesellschaft und Kayvanpour. Die Angaben zu Umfang und Nutzung des Netzwerks beruhen auf den von der polnischen Zeitung dargestellten Informationen.

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