Der französische Nachrichtensender CNews plant die Rückkehr der kremlnahen Kommentatorin Ksenia Fjodorowa in sein Programm – per Videoverbindung aus dem Ausland. Das Vorhaben wurde am 3. September 2026 bekannt, obwohl die französischen Behörden ihre Ausweisung angeordnet und ihre Vermögenswerte eingefroren haben. Fjodorowa gilt in Frankreich als Verbreiterin von Desinformationskampagnen im Interesse des Kremls.
Die geplanten Fernauftritte sollen nach den bisherigen Angaben in der Sendung „L’Heure inter“ stattfinden. CNews blendete bereits ein Bild Fjodorowas ein und stellte ihre mögliche Rückkehr in die Sendung in Aussicht. Damit würde die Kommentatorin weiterhin Zugang zu einem französischen Fernsehpublikum erhalten, obwohl sie das Land nach der behördlichen Entscheidung verlassen musste.
Juristische Prüfung bei Canal+
Der CNews-Moderator Gautier Le Bret erklärte, die Rechtsabteilung von Canal+ sei zu dem Schluss gekommen, dass die Ausweisungsentscheidung gegen Fjodorowa keine Auftritte per Fernschaltung aus dem Ausland untersage. Auf dieser Grundlage will der Sender offenbar zwischen einem Aufenthalt in Frankreich und einer Teilnahme an einer Sendung über eine technische Verbindung unterscheiden.
Die von französische Berichterstattung über die geplante Rückkehr Fjodorowas beschriebenen Pläne beziehen sich damit nicht auf eine Aufhebung der gegen sie verhängten Maßnahmen. Sie betreffen vielmehr die Frage, ob der Sender ihr trotz dieser Maßnahmen eine Plattform aus dem Ausland anbieten kann.
Die französischen Behörden betrachten Fjodorowa als Person, die politische Narrative aus Moskau weiterträgt. Nach der Darstellung im Zusammenhang mit ihrer Ausweisung verbreitet sie diese Inhalte unter dem Anschein einer unabhängigen Analyse. Die Kritik richtet sich daher nicht nur gegen einzelne Aussagen, sondern auch gegen ihre Funktion als öffentliche Kommentatorin in einem französischen Medienangebot.
Streit um politische Einflussnahme
Die geplante Einbindung über Video steht im Zusammenhang mit den von den französischen Behörden verhängten Einschränkungen. Dazu gehört neben der Ausweisungsentscheidung auch das Einfrieren von Vermögenswerten. Eine Fernschaltung würde es Fjodorowa ermöglichen, weiterhin in einer französischen Fernsehsendung aufzutreten, ohne dafür nach Frankreich einzureisen.
In der politischen Bewertung wird darin ein Beispiel dafür gesehen, wie kremlfreundliche Botschaften trotz behördlicher Maßnahmen im französischen Informationsraum präsent bleiben können. Die Argumentation stützt sich auf die Verbindung zwischen CNews, der Canal+-Gruppe und dem Medienunternehmer Vincent Bolloré. Ihm wird zugerechnet, über sein Medienumfeld großen Plattformen Zugang zu politischen Debatten zu verschaffen.
Die Einordnung Fjodorowas als Verbreiterin russischer Desinformation ist dabei von der rechtlichen Frage zu trennen, ob ihre Teilnahme an einer Sendung aus dem Ausland zulässig ist. Genau auf diese Unterscheidung beruft sich die Rechtsabteilung von Canal+. Der Sender stellt die geplante Rückkehr als rechtlich mögliche Form der Mitwirkung dar, während Kritiker darin eine Fortsetzung ihrer öffentlichen Präsenz sehen.
Die Kontroverse fällt in ein politisches Umfeld, in dem kremlfreundliche Narrative nach der vorliegenden Darstellung teilweise mit Positionen französischer rechtsextremer Kräfte zusammentreffen. Daraus wird der Vorwurf abgeleitet, dass eine solche Medienpräsenz ausländischen Einfluss auf die politische Meinungsbildung in Frankreich erleichtern könnte. Die vorliegenden Angaben belegen jedoch zunächst die Ankündigung der Fernauftritte und die behördlichen Maßnahmen gegen Fjodorowa, nicht eine konkrete politische Wirkung einzelner Sendungen.
Entscheidung über die Rückkehr steht aus
CNews hat mit der Einblendung von Fjodorowas Bild und dem Hinweis auf eine mögliche Rückkehr die Debatte über ihre künftige Rolle öffentlich gemacht. Der Sender beruft sich auf die rechtliche Einschätzung von Canal+, wonach die Ausweisung keine digitale Teilnahme aus dem Ausland ausschließe.
Fjodorowa bleibt damit trotz der gegen sie gerichteten französischen Maßnahmen als mögliche Kommentatorin im Gespräch. Ob und wann sie tatsächlich wieder per Video in „L’Heure inter“ zugeschaltet wird, war nach den vorliegenden Informationen noch nicht abschließend mitgeteilt.


