Frankreichs Generalstabschef ruft Unternehmen zur Stärkung der Verteidigung auf

August 28, 2026 19:20
Frankreichs Generalstabschef ruft Unternehmen zur Stärkung der Verteidigung auf
Frankreichs Generalstabschef ruft Unternehmen zur Stärkung der Verteidigung auf

Der französische Generalstabschef Fabien Mandon hat Unternehmen aufgefordert, die französische Verteidigungsindustrie bei der Vorbereitung auf mögliche Konflikte zu unterstützen. Bei einem Treffen mit Unternehmern des französischen Arbeitgeberverbands Medef warnte Mandon am 26. August 2026, die russische Bedrohung sei dauerhaft. Ein Krieg könne innerhalb weniger Stunden beginnen, sagte er. Bis 2030 befinde sich Europa wegen der Mechanismen von Bündnissen in einer Risikozone.

Mandon verwies auf zwei Konstanten, die nach seiner Einschätzung bestehen blieben: die terroristische Bedrohung und die Bedrohung durch Russland. Russland lerne aus seinen Kriegen, sagte der General. Er nannte dabei den Krieg gegen Georgien 2008, die Annexion der Krim 2014 sowie die russischen militärischen Aktionen gegen die Ukraine seit 2014 und die groß angelegte Invasion seit 2022. Moskau gehe davon aus, dass die Europäer schwach seien.

Aufruf an die französische Wirtschaft

Der Appell an die Unternehmen richtet sich auf eine stärkere Beteiligung des privaten Sektors an der französischen Verteidigung. Mandon sprach bei der Veranstaltung von der Notwendigkeit, die Streitkräfte und die Rüstungsproduktion auf mögliche Konflikte vorzubereiten. Einzelheiten zu konkreten neuen Aufträgen oder zu einem bestimmten staatlichen Finanzierungsprogramm wurden in den vorliegenden Angaben nicht genannt.

Die Forderung steht im Zusammenhang mit den Erfahrungen des Krieges gegen die Ukraine. Ein lang andauernder Abnutzungskrieg erfordert hohe und anhaltende Produktionsraten bei Munition, Ausrüstung und weiteren militärischen Gütern. Daraus ergibt sich für die französische Verteidigung die Notwendigkeit einer engen Zusammenarbeit zwischen Streitkräften, Staat und Unternehmen. Der französische Generalstab verbindet seine Warnung damit, dass staatliche Ressourcen bei einem länger dauernden Konflikt allein möglicherweise nicht ausreichen könnten, um eine umfangreiche militärische Produktion dauerhaft aufrechtzuerhalten.

Die französische Verteidigungswirtschaft soll deshalb stärker in die Vorbereitung auf mögliche Konflikte einbezogen werden. Der Aufruf betrifft nicht nur klassische Rüstungsunternehmen. Für die militärische Produktion sind auch industrielle Lieferketten, technologische Fähigkeiten und die Fähigkeit zur raschen Ausweitung bestehender Kapazitäten relevant. Konkrete Unternehmen oder Produktionsziele nannte Mandon bei dem Treffen nicht.

Warnung vor Russland

Der Generalstabschef begründete die französische Vorbereitung auch mit der Einschätzung, dass Russland seine Erfahrungen aus früheren Kriegen in weitere Auseinandersetzungen übertrage. In seiner Aufzählung nannte er Georgien, die Krim und die Ukraine. Die russische Führung betrachte die europäischen Staaten nach seinen Worten als schwach. Frankreich gehört nach der Darstellung in den vorliegenden Angaben zu den europäischen Staaten, die sich auf eine mögliche Konfrontation mit Russland vorbereiten müssten.

Zu den von französischer Seite angeführten Risiken zählen neben einem offenen militärischen Konflikt auch Aktivitäten unterhalb der Schwelle eines Krieges. Für Frankreich werden dabei Einflussoperationen, die Verbreitung von Falschmeldungen und Desinformation sowie Hackerangriffe genannt. Diese Aktivitäten sollen nach den vorliegenden Angaben unter anderem mit Versuchen verbunden sein, in Wahlprozesse einzugreifen. Außerdem seien von einzelnen russischen Amtsträgern und Abgeordneten wiederholt Drohungen gegen Paris ausgesprochen worden.

Die Warnung des französischen Generalstabschefs enthält damit zwei getrennte Ebenen: die unmittelbare Vorbereitung der Verteidigungsindustrie auf mögliche militärische Anforderungen und den Umgang mit hybriden Operationen. Mandon stellte die russische Bedrohung neben die terroristische Bedrohung als eine der beiden Konstanten, auf die sich Frankreich einstellen müsse.

Seine Aussagen fielen bei einem Treffen mit Vertretern der französischen Wirtschaft und zielten damit ausdrücklich auf die Rolle privater Unternehmen. Die Einbindung des privaten Sektors soll nach dem vorliegenden Bericht dazu beitragen, die französischen Verteidigungsfähigkeiten zu stärken und die industrielle Vorbereitung auf mögliche Konflikte zu verbessern. Die ausführliche Darstellung des Appells veröffentlichte Paris Match in einem Bericht über die Ansprache des Generalstabschefs.

Eine Entscheidung über neue französische Rüstungsprogramme oder eine formelle Änderung der Verteidigungsplanung wurde in den vorliegenden Angaben nicht mitgeteilt. Fest steht der Aufruf Mandons an die Unternehmen, die französische Verteidigung bei der Vorbereitung auf mögliche Konflikte aktiver zu unterstützen.

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