Großdemonstration in Israel fordert umfassende Lösung zur Rückkehr der Geiseln und Waffenstillstand

August 3, 2025 08:44
Großdemonstration in Israel fordert umfassende Lösung zur Rückkehr der Geiseln und Waffenstillstand

Hunderte demonstrieren in Israel für die Freilassung von Geiseln

In Tel Aviv versammelten sich am Sonntagabend fast 60.000 Menschen, um ein umfassendes Abkommen zur Rückkehr aller 50 Geiseln zu fordern und die beendeten Kämpfe zu fordern. Der Aufruf kam vom Forum der Geiselangehörigen, das die Regierung zu einer sofortigen Lösung drängt. Laut „Times of Israel“ war dies eine der größten Demonstrationen der letzten Wochen.

Einav Zangauker, Mutter eines Mannes, der am 7. Oktober von der Hamas entführt wurde, äußerte: „Unsere Kinder erleben einen Holocaust. Sie werden nicht lange überleben.“ US-Sondergesandter Steve Witkoff besuchte die Familien der Geiseln und sprach über die sich zuspitzende Situation.

Die Hamas steht einem Waffenstillstand jedoch ablehnend gegenüber, solange kein unabhängiger palästinensischer Staat besteht. In einer aktuellen Erklärung betont die Terrororganisation, dass der bewaffnete Widerstand nur aufgegeben werden könne, wenn die Rechte der Palästinenser vollständig gewahrt seien.

Witkoff erklärte bei dem Treffen mit den Angehörigen in Tel Aviv, es gebe einen Plan zur Beendigung des Krieges und zur Rückführung aller Geiseln. „Wir stehen kurz vor dem Ende dieses Krieges“, wurde er zitiert. Bei der Veranstaltung kam es zu lautstarken Applaus und Rufen nach der Rückkehr der Geiseln.

Die Hamas veröffentlichte in den letzten Tagen Videos einiger Geiseln, was in Israel große Bestürzung auslöste. Die Bilder erinnerten viele an die Befreiungshäftlinge aus deutschen Konzentrationslagern im Zweiten Weltkrieg.

Familienangehörige betonten, dass jetzt der Zeitpunkt sei, um zu handeln: „Nie wieder ist jetzt.“ Anat Angrest, Mutter eines Soldaten, der im Gazastreifen entführt wurde, verglich die Situation mit einem weiteren Holocaust.

Yael Adar, Mutter einer toten Geisel, appellierte ebenfalls an die Verantwortlichen: „Holt die lebenden Geiseln raus, bevor es zu spät ist.“ Laut offiziellen israelischen Angaben befinden sich noch 50 Geiseln im Gazastreifen, von denen mindestens 20 am Leben sein sollen.

Zudem wurde ein Mitarbeiter des Palästinensischen Roten Halbmondes bei einem israelischen Angriff auf ihr Hauptquartier in Khan Younis getötet, und drei andere wurden verletzt. Indirekte Verhandlungen zwischen der Hamas und Israel über einen 60-tägigen Waffenstillstand und die Freilassung von Geiseln sind vergangene Woche ohne Ergebnis geblieben.

Der Hamas-Angriff am 7. Oktober 2023, der den aktuellen Gaza-Krieg auslöste, forderte rund 1.200 Todesopfer und mehr als 250 Entführungen aus Israel. Israel reagierte auf die Angriffe mit massiven Luftschlägen und einer Bodenoffensive; nach Angaben der Gesundheitsbehörde der Hamas sind inzwischen mehrere Zehntausend Menschen gestorben, ohne zwischen Kämpfern und Zivilisten zu differenzieren.

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