Österreich startet eigene Satellitenprojekte bis Ende 2026

August 3, 2025 16:17
Österreich startet eigene Satellitenprojekte bis Ende 2026

Das Verteidigungsministerium hat kürzlich seine Pläne zur Entwicklung eigener Satelliten konkretisiert. Die Inbetriebnahme der neuen Systeme ist für Ende 2025 oder spätestens Anfang 2027 vorgesehen. Von den insgesamt zwei Projekten wird das größere in Kooperation mit den Niederlanden realisiert. Insgesamt sollen vier Satelliten gebaut werden, wobei drei für operationale Einsätze vorgesehen sind und einer als Testobjekt dient.

Die gesamten Kosten für das Vorhaben betragen rund zehn Millionen Euro, wovon Österreich sechs Millionen Euro übernimmt. Das Verteidigungsministerium hebt hervor, dass die neu entwickelten Satelliten deutlich schärfere Bilder als herkömmliche Satelliten liefern werden, was die Bereitstellung präziser Informationen für Einsätze verbessert.

Bei Satelliten gilt: je kleiner, desto sicherer

Das Projekt trägt den Namen LEO2VLEO (Low Earth Orbit to Very Low Earth Orbit) und operiert zwischen dem Low Earth Orbit in etwa 500 Kilometern Höhe und dem Very Low Earth Orbit in rund 200 Kilometern Höhe. Es umfasst zwei Hauptbereiche: satellitengestützte Navigation und Satellitenbildgebung.

Ein zusätzliches Projekt mit dem Namen BEACONSAT wird rein österreichisch betrieben, wobei das Bundesheer in Zusammenarbeit mit zivilen Unternehmen den Bau eines Satelliten plant, der für satellitengestützte Navigation zuständig sein wird. Laut Bundesheer zeichnet sich dieser Satellit durch seine äußerst geringe Größe aus, was ihn als sicher und schwer angreifbar macht. Die Kosten dieses Projekts liegen unter einer Million Euro, und der Start ist ebenfalls für Ende 2026 angedacht.

Österreich will bei Sicherheit zunehmend auf eigenen Füßen stehen

Langfristig verfolgt das Bundesheer das Ziel, die drei wichtigsten Satellitendienste – Kommunikation, Navigation und Satellitenbildgebung – eigenständig anzubieten, um die Abhängigkeit von anderen Staaten zu verringern. Die Betriebsdauer der geplanten Systeme wird auf drei bis fünf Jahre geschätzt. Um eine kontinuierliche Satellitenverbindung sicherzustellen, plant Österreich, in regelmäßigen Abständen neue Satelliten in die Erdumlaufbahn zu bringen.

Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) betont die Notwendigkeit, dass Österreich über eine eigene Infrastruktur im All verfügt. Eine moderne und umfassende Landesverteidigung im 21. Jahrhundert erfordere zwingend einen eigenständigen Zugang zu weltraumgestützter Infrastruktur: „Mit dem Bau eigener Satelliten wird Österreich nicht länger nur Nutzer, sondern endlich auch aktiver Gestalter und Anbieter im Orbit.“

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