Österreichischer Tourismus steht vor Herausforderungen und braucht innovative Ansätze

Juli 30, 2025 19:25
Österreichischer Tourismus steht vor Herausforderungen und braucht innovative Ansätze

Herausforderungen im österreichischen Tourismus

Der österreichische Tourismussektor steht vor erheblichen Herausforderungen, warnen der Präsident der Wirtschaftskammer, Harald Mahrer, und die Obfrau der Sparte Tourismus, Susanne Kraus-Winkler, bei einer Pressekonferenz am Dienstag in Wien. Die steigenden Lebenshaltungskosten stellen eine der größten Hürden dar. Mahrer erklärt, dass Unternehmen in der Tourismus- und Freizeitwirtschaft bislang Preisanpassungen vornehmen konnten, jedoch eine Preisobergrenze erreicht werde. „Es gibt einen Punkt, wo die Gäste das Preis-Leistungs-Verhältnis hinterfragen“, so Mahrer.

Um wettbewerbsfähig zu bleiben, sei es für die Unternehmen von entscheidender Bedeutung, ihren Gästen innovative Angebote zu unterbreiten. Die zentrale Frage lautet, „wie gestalte ich ein Produkt, mit dem ich den Preis, den ich brauche, durchsetzen kann?“

Wachsender Einfluss von Künstlicher Intelligenz

Österreich positioniert sich bereits als Vorreiter im Bereich nachhaltiger Qualitätstourismus. Kraus-Winkler betont die Bedeutung von „smarten Bergerlebnissen“, um die Gäste anzuziehen, die authentische Naturerlebnisse schätzen, ohne anstrengende Wanderungen unternehmen zu müssen. Dies geschieht in einer Zeit, die von „revolutionären Veränderungen“ im österreichischen Tourismus geprägt ist.

Mahrer hebt die wachsende Rolle der Künstlichen Intelligenz (KI) hervor. Die Gäste informierten sich zunehmend kurzfristig, beispielsweise über Chat GPT, um Vorschläge zu erhalten. Daher sei es für die Betriebe entscheidend, die Daten auf ihren digitalen Kanälen stets aktuell zu halten, um Falschinformationen zu vermeiden, die Gäste verärgern könnten. Veraltetes Bild- und Videomaterial kann dazu führen, dass Angebote in den Vorschlägen schlechter eingestuft werden. „Man müsse KI deshalb in allen Bereichen mitdenken“, fordert Mahrer.

Wirtschaftliche Herausforderungen und politische Prioritäten

Die Ergebnisse des Wirtschaftsbarometers, einer halbjährlichen Umfrage der WKÖ mit etwa 3200 Befragten, zeigen, dass die größte Bedrohung für die Wettbewerbsfähigkeit der Tourismusbranche in den hohen Arbeits- und Energiekosten sowie in den Steuern und Abgaben liegt. Zudem beunruhigen Bürokratie, Arbeitskräftemangel sowie eine allgemeine Unsicherheit in der Bevölkerung, die zu höherer Sparquote und weniger Konsum führt.

Neun von zehn Befragten sehen eine Senkung der Lohnnebenkosten als politische Priorität an. Weitere wichtige Anliegen sind der Bürokratieabbau und Schaffung attraktiverer Rahmenbedingungen im Steuersystem, wie steuerfreie Überstunden und Anreize für die Beschäftigung älterer Mitarbeiter.

Die Wirtschaftskammer fordert in diesem Kontext eine „Entbürokratisierungsoffensive“ sowie Unterstützung für Betriebe bei der Senkung von Emissionen und Energieverbrauch. Ein weiterer Punkt auf der Agenda ist die Erleichterung von Betriebsübergaben, da bei drei Vierteln der Tourismusbetriebe in den nächsten zehn Jahren eine Übergabe bevorsteht, oft innerhalb der Familie.

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