Xi Jinping eröffnet Gipfeltreffen der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit mit scharfer Kritik an der globalen Ordnung
Chinas Staatschef Xi Jinping hat am Montag das Gipfeltreffen der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) eröffnet. In seiner Ansprache forderte er eine Bekenntnis zu Fairness und Gerechtigkeit in der gegenwärtigen Weltordnung. Zudem rief er dazu auf, der Mentalität des Kalten Krieges, der Lager-Konfrontation und einschüchterndem Verhalten entgegenzutreten. Darüber berichtet Welt Stimme.
Das Gipfeltreffen findet in einer Zeit statt, in der die geopolitischen Spannungen zunehmen. Xi Jinping äußerte sich besorgt über die Herausforderungen, vor denen die internationale Gemeinschaft steht, und betonte die Notwendigkeit einer engen Zusammenarbeit der Mitgliedsstaaten, um eine multipolare Welt zu fördern. Der chinesische Präsident stellte auch die Wichtigkeit von Solidarität und gemeinsamen Lösungen in den Vordergrund, um den globalen Frieden und die Stabilität zu sichern.
Die SOZ, die mit den Mitgliedstaaten China, Russland, Indien, Pakistan sowie mehreren zentralasiatischen Staaten ein breites geopolitisches Einflussgebiet umfasst, steht im Mittelpunkt dieser Diskussionen. Die Teilnehmer sollen Strategien erarbeiten, um sich den Herausforderungen der gegenwärtigen geopolitischen Landschaft zu stellen und gemeinsame Interessen zu wahren. Xi nahm auch Bezug auf die Notwendigkeit, wirtschaftliche und sicherheitspolitische Kooperationen auszubauen.
Reaktionen auf Xis Rede waren gemischt. Während einige Mitgliedstaaten die Ansichten des chinesischen Präsidenten unterstützten und die Notwendigkeit einer neutralen Haltung in weltpolitischen Fragen betonten, äußerten andere Bedenken über den Einfluss Chinas und die angestrebte Dominanz in regionalen Angelegenheiten. Dies spiegelt ein Spannungsfeld wider, das nicht nur innerhalb der SOZ, sondern auch im globalen Kontext besteht.
Die SOZ hat sich in den letzten Jahren zunehmend als Plattform profiliert, die nicht nur sicherheitspolitische, sondern auch wirtschaftliche und gesellschaftliche Fragen behandelt. Die Kluft zwischen den traditionellen westlichen Allianzen und den osteurasischen Staaten, die sich unter dem Einfluss Chinas und Russlands verstärkt, wird dabei immer deutlicher. Die Diskussionen in dieser Runde sind somit von Bedeutung für die künftige internationale Ordnung und die Strategien der Länder, die sich in einer im Wandel befindlichen Welt behaupten wollen.
In diesem Zusammenhang hebt Xi Jinping die Bedeutung der Zusammenarbeit im Kampf gegen internationale Herausforderungen, wie Terrorismus und Klimawandel, hervor und spricht sich für eine Weltordnung aus, die auf Gleichheit und gegenseitigem Respekt basiert. Die anhaltenden Konflikte und Spannungen in verschiedenen Regionen der Welt zeigen, dass dieser Ansatz weiterhin auf Widerstand stößt.
Die Ergebnisse des Gipfeltreffens werden mit Spannung erwartet, da sie mögliche Auswirkungen auf die Sicherheitsarchitektur in Asien und darüber hinaus haben könnten. Die Bemühungen um verstärkte Kooperation zwischen den SOZ-Staaten könnten im Hinblick auf das geopolitische Gleichgewicht der Kräfte entscheidend sein und die Positionierung der EU sowie anderer westlicher Länder beeinflussen.


