B70-Infoveranstaltung in Söding-St. Johann: Experten informieren über Verfahrensstand der Umfahrung

August 29, 2025 11:32
B70-Infoveranstaltung in Söding-St. Johann: Experten informieren über Verfahrensstand der Umfahrung

Die lang erwartete Umweltverträglichkeitsprüfung für die B70-Umfahrung Söding-St. Johann hat in den letzten Monaten an Dynamik gewonnen. Bei einer Informationsveranstaltung am Donnerstagabend im Pichlingerhof präsentierten politische Entscheidungsträger und Fachleute den aktuellen Verfahrensstand. Darüber berichtet Welt Stimme.

SÖDING-ST. JOHANN. Der Informationsabend zur B70 stieß auf großes Interesse. Zahlreiche Ehrengäste, darunter Verkehrslandesrätin Claudia Holzer und Vertreter Wirtschaftsorganisationen, erörterten gemeinsam mit Fachleuten den aktuellen Stand der Planungen zur „B70 neu“. Diese Umfahrung zwischen Mooskirchen und Krottendorf wird eine Länge von 5,3 Kilometern aufweisen und soll die bestehende Lücke zwischen der A2-Anschlussstelle Mooskirchen und Köflach schließen. Holzer bekräftigte in ihrer Rede die Bedeutung des Projekts: „Jeder Unfall ist einer zu viel. Die B70 neu ist eine große Zukunftschance für den Bezirk.“

Bauzeit von rund drei Jahren

Monika Hofer von der Abteilung 16, Verkehr und Landeshochbau, erinnerte daran, dass in den letzten Jahren zahlreiche Varianten geprüft wurden. Die aktuelle Trassenführung habe sich als die effizienteste Lösung herausgestellt. Die Abteilung 13, Umwelt und Raumordnung, arbeite intensiv am Genehmigungsbescheid. Ein positiver Ausgang wird erwartet, jedoch könnten Rechtsmittel von Gegnern den Baubeginn weiter verzögern. Die Planungen sehen eine Bauzeit von etwa drei Jahren vor, ein möglicher Starttermin wäre frühestens 2027.

Hochwasserschutz und Radverkehr

Neben Lärmschutzmaßnahmen und ökologischen Ausgleichsflächen wurde auch der Hochwasserschutz thematisiert. Hofer stellte klar, dass es sich dabei um ein eigenständiges Projekt handelt, dessen Umsetzung durch die Abteilung 14 für Wasserwirtschaft erfolgen würde. Eine gleichzeitige Umsetzung könnte jedoch Synergien schaffen. Radverkehrsverbindungen sind im Projekt selbst nicht vorgesehen, jedoch äußerte Baubezirksleiter Rainer Kienreich den Wunsch, bestehende Strukturen an der alten B70 künftig verstärkt zu nutzen.

Auswirkungen auf die Wirtschaft der Region

Die Umfahrung wird von den regionalen Wirtschaftsvertretern als entscheidend für die wirtschaftliche Entwicklung des Bezirks erachtet. WKO-Regionalstellenobmann Peter Sükar betonte die dringende Notwendigkeit einer starken Anbindung an die A2: „Es ist jetzt höchste Eisenbahn, endlich eine starke Anbindung an die A2 zu bekommen.“ ÖGB-Regionalsekretär Thomas Wiedner wies auf die Verkehrssicherheit hin und erwähnte die täglichen 9.000 Pendler in Richtung Graz. Nationalratsabgeordneter Markus Leinfellner wies auf die wirtschaftlichen Vorteile hin und betonte, dass die „Medaille zwei Seiten habe“, jedoch das große Ganze im Blick zu behalten sei.

Nach den Ansprachen hatten die Experten die Möglichkeit, Fragen zu beantworten. Auch die Gäste konnten sich zu Wort melden und ihre Ansichten teilen, was die anhaltend hohe Emotionalität in der Debatte weiter verdeutlichte.

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