WWF kritisiert Burgenland wegen starkem Zuwachs bei Betriebsflächen

Oktober 25, 2026 10:23
Aerial view of a large construction site with steel columns, cranes, roads and farmland in the background.

Das Burgenland hat laut einer WWF-Analyse unter allen Bundesländern den stärksten prozentuellen Zuwachs an Betriebsflächen verzeichnet. Die Umweltorganisation kritisiert zugleich die Bodenpolitik des Landes und hält den jüngst vorgestellten Kriterienkatalog für mögliche Rechenzentren für zu unverbindlich.

Zwischen 2022 und 2025 seien im Burgenland rund 150 Hektar zusätzliche Betriebsflächen entstanden, teilte der WWF mit. Das entspreche einem Anstieg von knapp zehn Prozent.

WWF-Experte Simon Pories sprach von erheblichen Defiziten beim Bodenschutz. Die Organisation fordert strengere Vorgaben für den Umgang mit Boden und verweist darauf, dass bei neuen Betriebsflächen nach ihren Angaben zu wenig auf den Flächenverbrauch geachtet werde.

Kritik richtet der WWF auch an den von der burgenländischen Landesregierung präsentierten Kriterienkatalog für mögliche Rechenzentren. Nach Ansicht der Umweltorganisation fehlen konkrete Ziele oder Obergrenzen für zusätzlichen Bodenverbrauch; außerdem seien die bisherigen Vorgaben rechtlich unverbindlich.

Pories sagte, kompakte und mehrgeschossige Bauweisen sollten stärker forciert werden. „Ihre Nutzung spart Boden und Kosten für neue Infrastruktur“, so der WWF-Experte.

Im Büro von Landesrat Heinrich Dorner (SPÖ) wird die Kritik teilweise zurückgewiesen. Dort verweist man auf das burgenländische Raumplanungsgesetz und auf bestehende Maßnahmen zur Baulandmobilisierung.

Nach Angaben des Landes betrifft die Baulandmobilisierungsabgabe rund 12.000 Grundstücke in allen Baulandkategorien. Bisher seien etwa 400 Baulandmobilisierungsvereinbarungen abgeschlossen worden. Zudem arbeite das Land an einer Leerstands- und Flächenmanagement-Datenbank, um bestehende Flächenpotenziale besser zu nutzen und zusätzlichen Flächenverbrauch zu vermeiden.

Die Landesregierung hatte den Kriterienkatalog mit zehn Punkten nach eigenen Angaben mit dem Ziel präsentiert, den Ausbau digitaler Infrastruktur mit den Klima- und Nachhaltigkeitszielen des Burgenlands zu vereinbaren. Vorgesehen sind unter anderem ein sparsamer Umgang mit Wasser und eine eigene erneuerbare Stromerzeugung für das Datencenter.

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Quiet residential side street with parked vehicles, trees, and narrow roadway in daylight.
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