Engpass auf Rad- und Gehwegen in Lechaschau: Appell zur Rücksichtnahme

September 7, 2025 19:35
Engpass auf Rad- und Gehwegen in Lechaschau: Appell zur Rücksichtnahme

Die Situation auf den Rad- und Gehwegen in Lechaschau erfordert gegenseitige Rücksichtnahme. Ein handgemaltes Schild nahe der Kirche weist darauf hin, dass nicht nur Radfahrer, sondern auch Spaziergänger, Eltern mit Kinderwägen und Hundebesitzer ein Recht auf die Nutzung des Weges haben. Darüber berichtet Welt Stimme. Das Schild, angebracht an einer Orientierungstafel für Radfahrer und Fußgänger, fordert die Radfahrer auf, ihr Tempo zu reduzieren, die Klingel zu benutzen und die Natur zu genießen, anstatt blind ihre Kilometer herunterzuspulen. Interessanterweise stammt das Schild offenbar von einem Radfahrer, was aus der Signatur „Ein/e Radler/in“ hervorgeht.

Bekanntes Problem

Bürgermeisterin Eva Wolf kennt das Problem gut und erklärt: „Auf unseren Rad- und Gehwegen ist viel los. Immer wieder gibt es Kritik, besonders wenn größere Radgruppen unterwegs sind, da fühlen sich Fußgänger verständlicherweise gestört.“ Wolf appelliert an alle Verkehrsteilnehmer, Rücksicht zu nehmen. Doch sie stellt fest, dass nicht nur der Weg nahe der Kirche angespannt ist, sondern auch die Verbindung Richtung Oberletzen, wo es durch Mischverkehr zu gefährlichen Situationen kommt. Wolf hat sowohl Beschwerden von Radfahrern als auch von Fußgängern erhalten.

Ausbau stößt an Grenzen

Bauliche Maßnahmen zur Verbesserung der Lage sind jedoch herausfordernd. Es fehlen sowohl Platz als auch finanzielle Mittel für eine Verbreiterung der Wege. Dennoch gibt es positive Entwicklungen: „2024 haben wir den Radweg bei der Kirche mit einer Beleuchtung ausgestattet – ein langgehegter Wunsch der Bevölkerung“, berichtet die Bürgermeisterin. Sie ist überzeugt, dass mit gutem Willen viel erreicht werden kann: „Einfach den Hausverstand einschalten und langsamer fahren. Aber auch die Fußgänger müssen ihren Teil beitragen.“

Radboom im Außerfern

Ronald Petrini, Geschäftsführer des Tourismusverbandes Reutte, ist ebenfalls über die Problematik informiert. „Radfahren erlebt einen regelrechten Boom“, sagt er. An der Zählstelle beim Gächtle zwischen Höfen und Weißenbach werden an Spitzentagen bis zu 1.300 Radfahrer registriert – eine Tendenz, die steigend ist. In der Reuttener Region, besonders dank der E-Bikes, wird Radfahren nicht nur in der Freizeit, sondern auch für den Weg zur Arbeit und zur Schule immer beliebter.

Vorzeigeprojekt am Plansee

In der Region wird intensiv an der Verbesserung der Infrastruktur für Radfahrer und Wanderer gearbeitet. Dank der Unterstützung des Tourismusverbands Reutte wird derzeit ein neuer Radweg in Richtung Plansee erbaut. Dieses Vorzeigeprojekt wird mit zwei Fahrspuren und einem eigenen Bereich für Fußgänger installiert, wobei eine Brücke unterhalb des Rossrückens für ein kreuzungsfreies Queren der Landesstraße sorgt und damit die Sicherheit erhöht.

Die Hürden sind vielfältiger Art

Trotz der Fortschritte stehen die Verantwortlichen vor verschiedenen Herausforderungen. „Wir wollen Qualität und Sicherheit bieten, aber stoßen an Grenzen – sei es durch fehlendes Geld, fehlenden Platz oder komplizierte Besitzverhältnisse“, erklärt Petrini. Gemeinsam mit anderen Tourismusverbänden und Gemeinden arbeiten sie daran, die Wege sicherer und attraktiver zu gestalten, um ein harmonisches Miteinander von Radfahrern und Fußgängern zu fördern.

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