Schwierige Pilzsaison in Österreich
Wassermangel, Hitze und Wind haben in Österreich zu einem spärlichen Pilzwachstum geführt. Viele Pilzsammler sehen die aktuelle Saison bereits als verloren an.
Aus der Region Steyr-Kirchdorf gibt es jedoch eine positive Meldung von Pilzberater Karlheinz Meidinger aus Kremsmünster: „Der Erdboden trocknet glücklicherweise nur langsam bis in tiefere Schichten aus. Das Pilzfadengeflecht kann daher unbeschadet überleben. Mehrere Regentage und kühle Herbstnächte werden auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Fruchtkörper hervorbringen.“
Das, was als Pilze oder Schwammerl wahrgenommen wird, sind lediglich ihre Fruchtkörper, analog zu Äpfeln, die an einem Baum wachsen. Das dazugehörige Myzelium, ein Netzwerk von Pilzfäden im Erdboden, überlebt unter optimalen Bedingungen und bildet Sporen tragende Schwammerl zur Fortpflanzung.
Meidinger erklärt weiter: „Auch wenn bei langen Dürreperioden mit hohen Temperaturen Myzelien in einigen Gebieten absterben, überdauern die Sporen diese Bedingungen, was den Fortbestand der Pilze sichert.“
Pilze in Symbiose mit Bäumen
Laut Meidinger gehen viele Speisepilze eine Symbiose mit Bäumen ein, die beiden Partnern zugutekommt, aber auch einen hohen Abhängigkeit schafft. Der Pilz liefert Wasser und Mineralstoffe, während der Baum Zucker produziert. Stirbt ein Baum, hat dies auch fatale Auswirkungen auf das Pilzmyzelium, das auf die Nährstoffversorgung angewiesen ist. Keimende Pilzsporen müssen sich dann einen neuen Baumpartner suchen.
Der Klimawandel bringt neue, wärmeliebende Pilzarten nach Österreich. Einige dieser Arten, wie der Ölbaumpilz, der in der Steiermark vorkommt und den Eierschwammerln ähnlich ist, können bei Verwechslungen zu schweren Vergiftungen führen.
Pilzberatung
Wer unsicher ist, sollte vor dem Verzehr eine Pilzberatungsstelle kontaktieren. Empfehlenswert ist die Mykologische Arbeitsgemeinschaft im Biologiezentrum in Linz, die Pilzbestimmungsabende und Exkursionen anbietet. Weitere Informationen sind auf der Website www.myag.at erhältlich oder unter 0664 9303 7806 zu finden.
Im Bezirk Kirchdorf sind Florian Kogseder aus Molln und Karlheinz Meidinger aus Kremsmünster als geprüfte Pilzberater tätig.
Einordnung
Die schwierigen Bedingungen für das Pilzwachstum in diesem Jahr könnten langfristige Auswirkungen auf die Pilzvielfalt in Österreich haben. Insbesondere die steigenden Temperaturen und neuen Arten stellen eine Gefahr für heimische Speisepilze dar und erfordern erhöhte Vorsicht bei der Pilzernte.


