LKH Weiz: Neue Bestellambulanzen und digitale Angebote für bessere Gesundheitsversorgung

August 29, 2025 17:32
LKH Weiz: Neue Bestellambulanzen und digitale Angebote für bessere Gesundheitsversorgung

Das LKH Weiz hat sein Versorgungsangebot mit neuen Dienstleistungen erweitert, darunter Fachambulanzen, die als „Bestellambulanzen“ betrieben werden. Dies wurde vor etwa zwei Monaten umgesetzt. Darüber berichtet Welt Stimme.

WEIZ. Vor rund zwei Monaten wurde am Standort Weiz eine Neustrukturierung der Internistischen Fachambulanz in Gang gesetzt. Diese umfasst Schwerpunkte wie (Vorsorge-)Gastroskopie, (Vorsorge-)Koloskopie, Diabetesbehandlung, Schrittmacherbetreuung sowie eine kardiologische Ambulanz mit Fokus auf Herzinsuffizienz. Die Ambulanzen sind nun als Bestellambulanzen konzipiert.

Eine entscheidende Neuerung sind die optimierten Öffnungszeiten und die klarere Struktur der einzelnen Fachambulanzen.

Zuweisung ist Voraussetzung

Für Patientinnen und Patienten ist es wichtig zu wissen: „Um einen Termin zu erhalten, ist eine Zuweisung über ein Formular von der Haus- oder Fachärztin beziehungsweise dem Haus- oder Facharzt notwendig“, erklärte Primarius Stefan Pötz, Leiter der Abteilung für Innere Medizin am LKH Weiz. Für Notfälle steht jedoch die zentrale Notaufnahme rund um die Uhr zur Verfügung.

Diese Vorgehensweise soll die medizinische Versorgung effizienter und besser planbar gestalten.

Die digitale Nachsorge

Ein weiterer bedeutender Schritt ist die Einführung der Programme „HerzMobil“ und „mobilREM“, die vor einigen Monaten initiiert wurden. Im Oktober 2024 wurde mit „HerzMobil“ auch der Ausbau telemedizinischer Angebote am LKH Weiz gestartet. Dieses Programm fokussiert sich auf die Nachbetreuung von Patientinnen und Patienten mit Herzschwäche, viele davon ehemals an Herzinfarkt, Bluthochdruck oder Herzrhythmusstörungen erkrankt.

„Vor allem die ersten Monate nach der Entlassung aus dem Krankenhaus, beispielsweise nach einem Infarkt, sind hochkritisch. Bisher musste ein Viertel der Patienten erneut ins Krankenhaus aufgenommen werden. Durch die häusliche Betreuung im Rahmen von ‚HerzMobil‘ wollen wir dies künftig verhindern“, betonte Pötz.

Per App alles im Blick

Die Betreuung erfolgt über einen Zeitraum von drei Monaten, kann jedoch bei Bedarf auf bis zu sechs Monate verlängert werden. Herzstück des Programms ist eine benutzerfreundliche App, über die die Patienten täglich Vitalwerte wie Blutdruck und Gewicht sowie die Medikamenteneinnahme dokumentieren können.

Das „HerzMobil“-Team hat die Daten täglich im Blick und kann bei Auffälligkeiten, etwa bei plötzlichem Gewichtszuwachs, umgehend reagieren. Wichtige Partner sind auch die niedergelassenen Fachärztinnen und Fachärzte für Innere Medizin, die bei Bedarf schnell kontaktiert werden können.

Neuer Weg in der Remobilisation

Ein weiteres zukunftsweisendes Projekt, das seit Anfang des Jahres in Weiz umgesetzt wird, ist „mobiREM“, das Programm zur mobilen geriatrischen Remobilisation. Es richtet sich an ältere Patientinnen und Patienten, die nach einer akuten Erkrankung, wie einer Operation oder schweren Infektion, Hilfe bei der Remobilisierung benötigen, um ihren Alltag wieder selbstständig zu bewältigen.

Die Patienten werden von einem multiprofessionellen Team aus Physiotherapie, Ergotherapie, Sozialarbeit sowie Ärztinnen und Ärzten betreut. Alle Therapien finden in der gewohnten Umgebung der Patienten statt.

Fit in den eigenen vier Wänden

„Jede Wohnung und jeder Alltag ist anders, genau hier setzen wir an“, erklärt Verena Rodler-Kalcher, Ergotherapeutin des „mobiREM“-Teams Weiz. Ihre Kollegin Sarah Dengg ergänzt: „Ob Treppensteigen, das Verlassen der Wohnung oder einfache Handgriffe im Alltag – im gewohnten Umfeld sind Fortschritte besonders nachhaltig und tragen erheblich zur Lebensqualität bei.“

Auch Angehörige werden aktiv in das Programm integriert. „Die häusliche Betreuung ermöglicht uns einen ganzheitlichen Blick auf die Patienten und deren Familie“, betont Ärztin Johanna Grabher-Moser. Sozialarbeiterin Christina Gugatschka fügt hinzu, dass alle Spezialisten zusammen individuelle Betreuungspläne für eine optimale Versorgung der Betroffenen erstellen.

Die Bestellambulanzen im Überblick:
• Die Ambulanzen werden als reine Bestellambulanzen betrieben. Eine Zuweisung ist für eine Erstvorstellung notwendig.
• Selbstzuweisungen oder Selbstanmeldungen durch Patienten sind nicht zulässig.
• Die neuen Öffnungszeiten sind wie folgt:
Internistische Fachambulanz: Montag von 8 bis 10 Uhr, Donnerstag von 10 bis 12 Uhr und Freitag von 8 bis 12 Uhr.
Diabetesambulanz: Montag von 10 bis 13 Uhr und Mittwoch von 8 bis 12 Uhr.
Schrittmacherambulanz: Dienstag und Donnerstag von 8 bis 10 Uhr.
Kardiologische Ambulanz/Schwerpunkt Herzinsuffizienz: Dienstag von 10 bis 12 Uhr.

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