Michaela Hinterholzer aus Perchtoldsdorf im Bezirk Mödling arbeitet hauptberuflich als Juristin und nebenberuflich als Trauerrednerin. Mit ihrer Arbeit will sie Angehörigen helfen, sich auf individuelle Weise von einem geliebten Menschen zu verabschieden.
Im Mittelpunkt steht für sie die Persönlichkeit des Verstorbenen. Hinterholzer wirbt für das Konzept der sogenannten Lebensfeier, bei dem das Leben eines Menschen in seiner ganzen Vielfalt gewürdigt werden soll.
Eine solche Zeremonie soll nach ihren Worten keine Inszenierung und kein neuer Trend sein, sondern eine „ehrliche, authentische und zutiefst persönliche Zeremonie“.
„Sowohl die Rechtswissenschaften als auch Trauerredner arbeiten ganz stark mit Sprache, mit Bedeutungen, Formulierungen und Nuancen“, erzählt Hinterholzer gegenüber MeinBezirk. Dass sie Juristerei und Trauerrede miteinander verbindet, sieht sie offenbar nicht als Widerspruch.
Grundlage ihrer Arbeit sind ausführliche Gespräche mit Hinterbliebenen. Dabei arbeitet sie nicht nur biografische Fakten heraus, sondern auch persönliche Geschichten und Eigenheiten, die den Charakter eines Menschen sichtbar machen sollen.
Eine Abschiedszeremonie kann neben der Rede auch Musik, Fotos, persönliche Gegenstände und gemeinsame Rituale umfassen. Die Gestaltung soll zur jeweiligen Person passen und mit den Angehörigen sowie dem Bestatter abgestimmt werden.
„Ich versuche gemeinsam immer die Erinnerungen zu finden, bei denen die Augen der Erzählenden, trotz all der überwältigenden Trauer, einen Moment lang aufleuchten“, sagt sie. Ziel sei es, bei einem Abschied auch Raum für Dankbarkeit und schöne Erinnerungen zu lassen.


