Im Weinviertel hat fast jeder Zweite bereits in Energieeffizienz oder erneuerbare Energie investiert. Zugleich bezieht ein Fünftel der Befragten seinen Strom aktuell über eine Energiegemeinschaft, wie eine Umfrage zeigt.
38 Prozent schrecken laut der Erhebung wegen zu hoher Kosten vor einer Umstellung zurück. Für 62 Prozent wäre ein günstiger Strompreis der stärkste Anreiz, einer Energiegemeinschaft beizutreten; 32 Prozent würden dies bei regional erzeugter Energie zumindest in Erwägung ziehen.
74 Prozent finden, dass Gemeinden Geld in Maßnahmen gegen den Klimawandel investieren müssen, auch wenn dafür andere Projekte zurückgestellt werden müssten. Die Befragten verbinden das Thema damit offenbar auch mit der Frage, wie Kommunen Prioritäten setzen.
Christian Schrefel von den Grünen in Wolkersdorf sieht bei nachhaltiger Energieversorgung noch Aufklärungsbedarf. „Mythen und Bedenken müssten abgebaut werden, Energiegemeinschaften seien ein wichtiger Baustein für die Zukunft“, sagte er. Er verwies auch darauf, dass Energiegemeinschaften „großes wirtschaftliches Potenzial“ böten und die Stromkosten deutlich senken könnten.
Die Umfrage kommt vor dem Hintergrund eines sehr warmen Sommers, in dem Temperaturen von über 40 Grad Klimaanlagen auf Hochtouren laufen ließen und Hitze sowie Dürre das Energiesystem belasteten. Gut ein Drittel der Befragten hat nach eigenen Angaben schon einmal von einer Energiegemeinschaft gehört.
Auch beim Umgang mit Batterien und Akkus zeigt die Erhebung Wissenslücken. 97 Prozent wissen zwar, dass diese in Wertstoff- oder Altstoffsammelzentren sowie im Handel zurückgegeben werden können, 76 Prozent gehen aber davon aus, dass die Brandgefahr durch Lithium-Batterien und -Akkus in Österreich nach wie vor unterschätzt wird; lediglich ein Fünftel sei sich dessen tatsächlich bewusst.
Schrefel hält in diesem Zusammenhang auch ein Pfandsystem für Batterien für vorstellbar, ähnlich wie bei PET-Flaschen. „Wichtig sei die Aufklärung über Entsorgungswege, um Umweltbelastungen zu vermeiden“, sagte er.
Die Angaben stammen aus einer Umfrage zum Energieverhalten im Weinviertel. Angaben zu Auftraggeber, Stichprobe, Methodik und Feldzeit liegen in dem Material nicht vor.


