Der Welser Gastro- und DJ-Urgestein Reinhold Höllinger kritisiert die örtliche Nachtgastronomie wegen zu vieler bekannter Hits und zu wenig musikalischem Risiko. Als Gegenentwurf verweist er auf seinen DJ-Stammtisch, der seit rund 15 Jahren läuft.
Höllinger sagt, viele Lokale setzten auf dieselben Songs. Musik solle aber auch Raum für neue Klänge bieten: Ein Lokal sollte nicht nur ein Ort sein, an dem bekannte Songs für Stimmung sorgen. Es könnte auch ein Platz sein, an dem Gäste neue Musik entdecken und einen Sound erleben, den sie anderswo nicht hören, so Höllinger.
Mit dem DJ-Stammtisch habe er eine Veranstaltung schaffen wollen, bei der der DJ im Mittelpunkt stehe und seine Musik spielen könne, ohne Rücksicht auf das Publikum nehmen zu müssen. Die Reihe verstehe sich als Non-Profit-Projekt und richte sich bewusst gegen das, was Höllinger als musikalischen Einheitsbrei beschreibt.
Nach seinen Angaben entfallen rund 70 Prozent des Programms auf elektronische Genres wie Tech House, Deep House, Electro und Techno. Seit rund zwei Jahren findet der DJ-Stammtisch im Vereinsgebäude des Offenen Kulturvereins Wels am Römerwall statt.
Für Samstag, 17. Oktober, ist die nächste Ausgabe angekündigt. Zuvor ist ab 15 Uhr in der OKV-Kunsthalle eine Vernissage von Kevin Schaffner geplant, ehe der DJ-Stammtisch um 19 Uhr startet. Der Eintritt kostet zehn Euro; Spritzer und Bier sind laut Veranstalter inkludiert.
Höllinger fasst seinen Zugang mit einem Satz zusammen, den er auch auf das Risiko kleinerer Besucherzahlen bezieht: No risk, no fun.


