Auf der Trattnach in Bad Schallerbach läuft ein Renaturierungsprojekt, das neue Lebensräume schaffen, den Hochwasserschutz stützen und der Gemeinde auch touristische Vorteile bringen soll.
Nach Angaben der Abteilung Wasserwirtschaft des Landes Oberösterreich beeinträchtigen Begradigungen und Uferverbauungen den ökologischen Zustand von Fließgewässern. Für die Trattnach wurde demnach an den untersuchten Stellen überwiegend ein mäßiger bis schlechter ökologischer Zustand festgestellt.
In Bad Schallerbach sollen nun Steinriegel, größere Steine, Totholz und eine Verbreiterung des Gewässers die Vielfalt an Lebensräumen und Strömungen erhöhen. Auf einer Länge von rund 155 Metern wird das linke Ufer beim Brückenbereich an der Eiselsbergstraße verbreitert; zusätzlich sind Flachwasserzonen und Buchten als Rückzugsräume vorgesehen.
Wo für eine Verbreiterung nicht genug Platz vorhanden ist, soll der bestehende Flusslauf mit Steingruppen und gesicherten Totholzbündeln umgebaut werden, um unterschiedliche Wassertiefen und Strömungsverhältnisse zu schaffen. Bestehende Bäume und Sträucher sollen möglichst erhalten bleiben, weil sie das Gewässer beschatten und zusätzliches Totholz liefern.
Umwelt- und Klimaschutz-Landesrat Stefan Kaineder (Grüne) sagte, Investitionen in die Wiederherstellung der Natur lohnten sich. „Renaturierung ist Versicherung in der Landschaft — wer Auen und Nebenarme zurückgibt, gewinnt Hochwasserschutz, Artenvielfalt und Lebensqualität in einem“, sagte er.
Bürgermeister Markus Brandlmayr (ÖVP) verwies auf den Nutzen für Bad Schallerbach als Tourismusort. Das Projekt könne die Aufenthaltsqualität erhöhen und das Freizeitangebot der Gemeinde ergänzen.
Eine zweite Bauphase ist im Bereich des Botanica-Parks für Herbst 2027 bis Frühjahr 2028 geplant. Die Bauzeit soll dabei höchstens ein Jahr dauern.
Für die Renaturierung der Trattnach zwischen Hofkirchen und Wallern wurden bereits rund eine Million Euro eingesetzt. Weitere 5,5 Millionen Euro sind vorgesehen, womit sich das Gesamtbudget auf rund 6,5 Millionen Euro beläuft.
Die Maßnahmen müssen so umgesetzt werden, dass die Hochwasserabflusskapazität erhalten bleibt.


