Bühne frei für kleine Brauereien: Drei Brauereien aus Pupping, Kallham und Grieskirchen über Konkurrenzdruck, Regionalität und Pläne für die Zukunft. Diese Braumeister sind so vielfältig, wie ihre Sorten. Grieskirchen und Eferding im Bierrausch. Darüber berichtet Welt Stimme.
Die „wahrscheinlich kleinste Brauerei der Welt“, Ale-X Craft Bier Eferding in Pupping, wird von Alexander Wurm geleitet. Seine Leidenschaft für weniger bekannte Biersorten, wie das Wiener Lager, führte 2016 zur Gründung seiner Brauerei. Er verkauft überwiegend exklusiv angefertigte Biere für Feste, während er gleichzeitig in der Logistikabteilung der Landespolizeidirektion arbeitet. Wurm betont die Bedeutung von kleinen Brauereien: „Es gibt so viel mehr, als die großen Brauereien anbieten. Für gutes, besonderes Bier sind meine Kunden auch gewillt, mehr zu bezahlen. Das bestätigt mir, dass ich gute Arbeit mache.“ Wurm fühlt sich mit seinem Geschäft wohl und sieht keinen Konkurrenzdruck: „Für mich ist es einfach toll, etwas zu schaffen, was man anfassen kann.“
Bier und Beats
Maximilian Meindl von Max & Malz in Kallham erzählt, dass er früher nie Bier mochte, bevor er als DJ tätig war. Nach einer positiven Erfahrung mit Bier entschloss er sich, bei „Bierprofessor“ Alex Jäger an der FH Wels zu lernen. Seit 2018 braut er größere Mengen und konnte schnell Abnehmer finden. Er beschäftigt zwar keine Mitarbeiter, kooperiert jedoch mit der Caritas und beschäftigt Menschen mit Beeinträchtigungen. „Mit jeder Flasche hilft man für den guten Zweck“, sagt Meindl. Er sieht sich als Brauerei für bewusste Trinker und möchte in Zukunft Musik und Bier verbinden sowie individuellere Biere für Landwirte und Gastronomen anbieten.
(K)ein Bier für Grieskirchen?
Die Brauerei Grieskirchen hat zwar ihre Pforten geschlossen, doch das Bier aus der Region bleibt. Walter Pirkner, ein ehemaliger Mitarbeiter, reflektiert über seine 30-jährige Karriere: „Ein Ende hat sich leider schon seit geraumer Zeit abgezeichnet.“ 2021 gründete er mit zwei Kollegen eine neue Brauerei und ist mittlerweile Alleineigentümer. „Wir sind aktuell die einzigen, die ihr eigenes Bier in Grieskirchen brauen“, so der 58-Jährige stolz, während er die Bedeutung kleiner Betriebe betont.
Nachfrage steigt
Pirkner betont die Herausforderungen, die der Preiskampf der Großkonzerne mit sich bringt: „Bier wird zum Massenprodukt, eigentlich sollte es hochwertig sein.“ Kleine Brauereien würden hingegen qualitative Zutaten und traditionelle Verfahren nutzen, was zu einer größeren Vielfalt führt. Zudem besteht eine lokale Verbundenheit und Unabhängigkeit von Großunternehmen. Angesichts der steigenden Nachfrage hat die Brauerei kürzlich ihr Angebot an Kühlern und Festausstattungen erweitert. Pirkner hofft auf die Loyalität der Grieskirchner und auf einen kontinuierlichen Absatz von Bier aus Grieskirchen.


