In Aflenz in der Südsteiermark ist das „Aflenz Memorial“ als Gedenkort am Standort eines früheren Außenlagers des KZ Mauthausen eröffnet worden. Die Anlage liegt direkt an der Gemeindegrenze von Wagna und Ehrenhausen.
Nach intensiver Vorbereitung wurde das Memorial von der Künstlerin Milica Tomić eröffnet. Zur Feierstunde am Sonntag kamen rund 200 Besucherinnen und Besucher, darunter zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus Kunst, Kultur, Wissenschaft und Politik.
Der Ort verweist auf ein Kapitel der NS-Geschichte, das laut den Initiatoren lange wenig sichtbar war. Eine jahrelange künstlerische und wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem ehemaligen KZ-Außenlager bildete die Grundlage für den Gedenkort.
Kulturlandesrat Karlheinz Körnhäusl sagte bei der offiziellen Eröffnung, man eröffne den Ort nicht nur, um die Vergangenheit zu konservieren, sondern um Lehren für die Zukunft zu ziehen. Zudem betonte er die Verantwortung, die sich aus dem Erinnern für Gesellschaft, Politik und Kultur ergebe.
Gabriele Mackert erklärte, Infostelen machten die Geschichte des Ortes zugänglich. Besucherinnen und Besucher könnten sich selbstständig informieren, dass Aflenz Teil des KZ Mauthausen war und dort über 900 Menschen Zwangsarbeit leisten mussten.
Das Konzept des Memorials wurde in interdisziplinärer Zusammenarbeit entwickelt, auch im Austausch mit dem Zeitzeugen Franz Trampusch und der Gemeinde Wagna. Nach Angaben der Beteiligten sollen Wege die früheren Lagergrenzen nachzeichnen, während historisch nachgewiesene Pflanzenarten wieder kultiviert werden. Die Gemeinde Wagna unterstützt das Projekt seit Beginn und übernimmt künftig Pflege und Unterhalt der Anlage.


