In Kufstein sorgt die neue Kurzparkzonen-Regelung für Kritik von Autofahrern und zugleich für Rückendeckung aus Stadt und Wirtschaft. Seit 1. April 2026 gilt in vielen zentralen Bereichen: Parken kostet ab der ersten Minute, in zahlreichen Zonen ist zudem nur noch maximal 60 Minuten Aufenthalt erlaubt.
Bis zur Umstellung war das Parken in den Kurzparkzonen der Innenstadt mit Parkscheibe 120 Minuten lang gratis. Eine Leserin aus Ebbs beklagte gegenüber MEINBEZIRK, dass Einkäufe in Kufstein dadurch kaum noch möglich seien und sie sich bei Besuchen in der Stadt immer öfter frage, wohin mit dem Auto.
Die Kufsteiner Kaufmannschaft zeigt Verständnis dafür, dass die Änderung Kritik auslöst. Obfrau Hanna Pipp verwies darauf, dass Kurzparkzonen in erster Linie für schnelle Besorgungen gedacht seien und Zeitlimits dazu beitragen könnten, dass Parkplätze häufiger wechseln und mehr Kundinnen und Kunden zur Verfügung stehen.
Der Bürgermeister von Kufstein, Martin Krumschnabel, begründete die Neuregelung damit, die vorhandenen Flächen nach Bedarf zu nutzen und die Parkchancen für Anwohner, Beschäftigte bestimmter Branchen und Handwerker zu verbessern. Laut dem jüngsten Finanzbericht, den Krumschnabel im Gemeinderahmen vortrug, sollten 2026 250.000 Euro an Parkgebühren hereinkommen; bis Ende September waren es 146.045 Euro.
Nach Angaben der Kaufmannschaft stehen für längere Aufenthalte die zentralen Tiefgaragen zur Verfügung. Krumschnabel sagte außerdem, Rückmeldungen der Stadtpolizei zeigten, dass das System sehr gut funktioniere und die öffentliche Resonanz positiv sei, weil sich leichter ein Parkplatz finde.
Die Kaufmannschaft kündigte an, die Rückmeldungen aus dem Mitgliedskreis weiter sammeln zu wollen. Nach den vorliegenden Angaben lässt sich noch nicht abschließend beurteilen, ob die neue Regelung zu einer spürbaren Verschlechterung führt.


