Forscher der University of Cambridge und des daraus hervorgegangenen Unternehmens GlitterinTech haben ein optisches Faltungsspektrometer entwickelt, das im Versuch Veränderungen beim Blutzucker ohne Blutentnahme erfassen kann.
Das System basiert auf integrierter Photonik aus Siliziumnitrid. Der Demonstrator arbeitet im nahen Infrarotbereich von 1.200 bis 1.700 Nanometern und soll Messung und Verarbeitung in weniger als einer Sekunde erledigen.
Die Entwickler beziffern die Kosten ihres Spektrometers auf etwa zehn US-Dollar. Laut dem Artikel ist das Ergebnis damit zunächst als Fortschritt der optischen Messtechnik einzuordnen, nicht als fertiges Medizinprodukt.
Eine längere Messreihe wurde allerdings nur an einem Teilnehmer gezeigt. Ein zugelassenes Gerät für die Behandlung von Diabetes ist das System damit noch nicht.
Neben Blutzucker untersuchte das Team unter anderem Materialien und Lösungen; der medizinische Einsatz ist eine von mehreren erprobten Anwendungen. Der Artikel hebt zudem hervor, dass eine gute Übereinstimmung mit Referenzwerten bei einem einzelnen Menschen noch nicht belegt, dass dieselbe Auswertung bei anderen Personen funktioniert.
Für medizinische Anwendungen seien Kalibrierung und Empfindlichkeit der Hardware ebenso wichtig wie die Fähigkeit, das Signal überhaupt zu erfassen. Der Artikel erklärt, dass Blutzucker in Gewebe über ein überlagertes optisches Signal erkannt werden muss, weil Wasser, Haut und Blut gemeinsam das am Sensor ankommende Licht beeinflussen.
Als Fachquelle wird Nature Photonics genannt; der Artikel verweist auf den DOI 10.1038/s41566-026-01891-6.


