Navser Gemeinderat lehnt Windräder am Mislkopf und Bürgerinfo vorerst ab

Oktober 25, 2026 07:47
A grassy mountain ridge with a small equipment hut and antenna beneath a clear blue sky.

Der Naviser Gemeinderat hat sich mehrheitlich gegen mögliche Windräder am Mislkopf ausgesprochen und eine geplante Bürgerinformation dazu vorerst abgelehnt. Eine öffentliche Veranstaltung, bei der die Bevölkerung über das Vorhaben, mögliche Auswirkungen und Chancen der Windkraft informiert werden sollte, findet damit vorerst nicht statt.

Bürgermeister Lukas Peer sagte, er hätte sich einen Bürgerdialog gewünscht, nach weiteren Gesprächen sei die Gemeinde aber zu dem Schluss gekommen, dass die Bevölkerung die Windräder nicht möchte. Er verwies darauf, dass das Projekt auch in den Nachbargemeinden auf Widerstand gestoßen sei.

Peer sagte gegenüber MeinBezirk, der gesamte Prozess habe sich über zwei Jahre erstreckt und in dieser Zeit hätten sich Gemeindevorstand, Gemeinderat und E5-Teams intensiv mit dem Thema befasst. Insgesamt habe es rund 15 Sitzungen gegeben. Zudem sei der Planungsverband mit einem Beschluss gegen das Vorhaben aufgetreten, auch der Tourismusverband zeige wenig Begeisterung.

Der Bürgermeister betonte zugleich, das Thema sei damit nicht endgültig erledigt. Die bereits durchgeführten Messungen hätten gezeigt, dass das Gebiet Potenzial gehabt habe; zugleich sagte Peer: „Geld ist nicht alles“. Er verwies darauf, dass derzeit nicht die richtige Zeit sei und ein Einreichverfahren fünf bis sechs Jahre dauern könne, weshalb der nächste Gemeinderat darüber entscheiden solle.

Bei Windkraft Simonsfeld reagierte Projektleiter Philipp Lamprecht überrascht. Er sagte, die Ablehnung sei für das Unternehmen unverständlich. Vor allem sei es nicht nachvollziehbar, dass die Bevölkerung nicht umfassend informiert und kein offener Dialog über Chancen, Herausforderungen und mögliche Auswirkungen geführt werden dürfe.

Lamprecht sah die Entscheidung vor allem als Folge einer negativen Stimmungslage im Wipptal, unter anderem durch Planungsverband und Alpenverein. Zugleich verwies er auf die Strategie Tirol 2050 energieautonom, die 400 GWh aus Windenergie vorsehe; das Projekt in Navis könnte laut seiner Darstellung bis zu 63 GWh beitragen, was etwa 16.000 Haushalten entspreche. Windkraft Simonsfeld wolle das Vorhaben vorerst pausieren und mit verschiedenen Akteuren in der Region Gespräche führen.

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