Scharnitz will nach einem Bericht von MeinBezirk stärker davon profitieren, dass viele Naturtouristen auf dem Weg in den Karwendel durch den Ort kommen. Gemeinde und örtliche Entwicklung setzen damit darauf, dass aus dem hohen Durchzugsverkehr mehr Geschäft und mehr Leben im Ortskern entstehen.
Der Ort gilt als beliebter Ausgangspunkt für Wanderungen und Radtouren in den Karwendel. Bürgermeister Christian Ihrenberger sagt, eine vor einigen Jahren installierte Zählstation erfasse die Bewegungen am Eingang zum Karwendel.
Alleine im August seien dort etwa 30.000 Radfahrer und 10.000 Wanderer gezählt worden, hochgerechnet auf das Jahr rund 260.000 Freizeitsportler, sagte Ihrenberger. Die Zahl bezieht sich laut Artikel auf eine Hochrechnung und nicht auf einen bestätigten Jahresendstand.
Nach Angaben des Berichts bedeutet der Besucherandrang aber nicht automatisch mehr Betrieb im Dorfzentrum. Viele Gäste blieben auf den Wegen oder in den Bergen, weshalb die zentrale Aufgabe darin bestehe, sie zum Anhalten, Einkaufen, Konsumieren und längeren Verweilen im Ort zu bewegen.
Scharnitz fehle dafür eine größere Gastronomie oder ein größeres Hotel als möglicher Magnet, sagte Ihrenberger. Er betonte zugleich, dass der Ort nicht nur Tourismusstartpunkt, sondern auch Wohnort bleiben müsse.
Der Bürgermeister verwies auf bessere Bahn- und Busverbindungen, saisonale Wanderbusse, den Ausbau des Radnetzes sowie Investitionen in Kinderbetreuung und die Gemeindeentwicklung. Der 2018 eröffnete Porta-Claudia-Tunnel und die Umfahrung hätten den Besucherfluss nach seiner Darstellung nicht negativ beeinflusst; früher sei der Verkehr störender gewesen, nun sei es ruhiger und für Gäste wie Anwohner idyllischer.
„Alleine im August waren es etwa 30.000 Radfahrer und 10.000 Wanderer, im ganzen Jahr kommen wir hochgerechnet auf etwa 260.000 Freizeitsportlern.“
„Es liegt sicherlich nicht an den Gästen, ihnen muss vor Ort nur etwas geboten werden und Unternehmer bei uns sollen sich etwas trauen.“


