Die Tiroler Bio-Landwirtschaft ist bei der zweiten Vergabe des Biodiversitäts-Awards in Innsbruck in den Mittelpunkt gerückt. Ausgezeichnet wurden Betriebe, die nach Angaben des Landes und von Bio Austria Tirol auf ihren Flächen gezielt Räume für Tiere und Pflanzen erhalten und schaffen.
René Zumtobel, Tirols Naturschutzlandesrat, lobte die teilnehmenden Höfe und verwies auf ihre Rolle für den Erhalt seltener Arten. Er sagte: „Für die Artenvielfalt in Tirol braucht es viele Verbündete, die an einem Strang ziehen. Tirols Landwirtschaftsbetriebe sind wichtige Partner und können wesentlich dazu beitragen, Tieren und Pflanzen den notwendigen Raum und die Zeit zu geben, um den Fortbestand seltener Arten zu sichern. Die Artenvielfalt ist umgekehrt eine wichtige Voraussetzung für eine ertragreiche und zukunftsfitte Landschaft. Ich freue mich sehr, dass wir dieses Engagement mit dem Award vor den Vorhang holen können“.
In der Kategorie Grünland gewann Andreas Kimberger vom Biohof Treffern in Scheffau. Laut der Auszeichnung verfügt der Betrieb über Streuobstwiesen mit Totholz, Magerwiesen und eine Hutweide, die Lebensräume für seltene Wildbienen und geschützte Fledermäuse bieten.
Im Ackerbau setzte sich Renate Triendl vom Hannesler Hof in Sistrans durch. Der Betrieb baut sechs Kartoffelsorten und den traditionellen „Rinner Winterweizen“ an; Blühflächen und Hecken schaffen zusätzlich Lebensraum.
Im Bereich Gemüsebau wurde Sophia von Buchholz vom Hof Krippach in Absam ausgezeichnet. Zwischen den Gemüsebeeten sorgen Wiesenflächen, Hecken und Streuobstbäume für Rückzugsorte für Insekten, Vögel und Kleintiere.
Die eingereichten Projekte wurden nach Ablauf der Bewerbungsfrist von einer Fachjury begutachtet und vor Ort bewertet. Bio Austria Tirol zählt derzeit 608 Mitgliedsbetriebe.
Christina Ritter, Obfrau von Bio Austria Tirol, sagte: „Der Einsatz für den Erhalt der Artenvielfalt passiert oft ganz leise: Eine Böschung wird später gemäht, eine alte Sorte wird weitergeführt oder ein Lesesteinhaufen bleibt bestehen, um Nützlingen ein Zuhause zu bieten. Gerade weil diese Maßnahmen für die Allgemeinheit oft unsichtbar sind, ist es uns so wichtig, die engagierten Bäuerinnen und Bauern auszuzeichnen“.
Maximilian Gritsch von Bio Austria Tirol stellte praktische Wege vor, wie landwirtschaftliche Produktion und Artenvielfalt zusammengebracht werden sollen. Ein Biodiversitäts- und Fruchtfolgerechner wird dafür nach Angaben der Organisation seit 2021 genutzt. Etwa 80 Höfe werden fachlich begleitet; 25 von ihnen bekommen außerdem Geld für den Ankauf heimischer Sträucher und Hecken.


