Eine Modellierungsstudie der Umit Tirol in Hall hat eine wissenschaftliche Grundlage für die Entscheidung geliefert, das Mammografie-Screening in Deutschland auf Frauen von 45 bis 74 Jahren auszuweiten. Die Arbeit wurde kürzlich in der Fachzeitschrift „Cancers“ veröffentlicht.
Es handelt sich um eine entscheidungsanalytische Modellierungsstudie unter der Leitung von Gaby Sroczynski. Sie wurde im Auftrag des deutschen Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) für eine Nutzenbewertung erstellt.
Das Forschungsteam untersuchte, wie sich unterschiedliche Altersgrenzen und Untersuchungsintervalle auf Nutzen und mögliche Schäden des Screenings auswirken. Verglichen wurden 14 verschiedene Strategien, die sich bei Startalter, Endalter und Häufigkeit der Untersuchungen unterschieden.
Die IQWiG-Bewertung basiert auf randomisierten Studien und empfiehlt eine Ausweitung des Programms auf Frauen zwischen 45 und 74 Jahren. Am 15. Oktober 2026 öffnete der Gemeinsame Bundesausschuss das Screening für jüngere Frauen ab 45 Jahren.
Mammografie ist eine Röntgenuntersuchung der Brust, die Tumoren in einem frühen Stadium erkennen soll, bevor sie tastbar sind. Das deutsche Bundesamt für Strahlenschutz gibt laut dem Artikel an, dass die Teilnahme am Screening das Sterberisiko um 20 bis 30 Prozent senken kann.
Gaby Sroczynski sagte: „Ich freue mich sehr, dass unsere Modellierungsstudie einen wissenschaftlichen Beitrag für die Entscheidung zur Ausweitung des Früherkennungsprogramms liefern konnte, der künftig der Gesundheit von Millionen Frauen in Deutschland zugutekommt“.
Uwe Siebert ergänzte: „Wir sind stolz darauf, dass wir das IQWiG mit unserer Modellierungsexpertise unterstützen konnten, die wir in den letzten zwei Jahrzehnten an der Umit Tirol in nationalen und europäischen Health Technology Assessments entwickelt haben“.
Siebert sagte, die Verbindung von randomisierten Studien mit evidenzbasierten Entscheidungsanalysen ermögliche eine transparente Abwägung von Nutzen und Schaden und könne als Modell für weitere Bewertungen von Krebsscreening-Programmen dienen.


