Virtuelles Tisenjoch: Digitale Präsentation der Fundstelle von Ötzi in Imst verfügbar

September 14, 2026 10:44
Virtuelles Tisenjoch: Digitale Präsentation der Fundstelle von Ötzi in Imst verfügbar

Ötzi Origin: Digitale Vermittlung der Fundstelle im Ötzi-Dorf

UMHAUSEN. Im Ötzi-Dorf wurde das Projekt „Ötzi Origin – Digitale Vermittlung von der Fundstelle Tisenjoch 3210 m“ offiziell eröffnet. Das grenzüberschreitende Interreg-Projekt bringt die Originalfundstelle des Mannes aus dem Eis auf moderne Weise ins Bewusstsein der Besucher. Zur Eröffnung waren zahlreiche Projektpartner und Ehrengäste anwesend, darunter Landesrat Mario Gerber.

Von der Idee zur digitalen Umsetzung

Leonhard Falkner, Manager des Ötzi-Dorfs, betonte, dass intensive Zusammenarbeit den Weg zur Umsetzung geprägt hat. Eine neu gegründete Arbeitsgruppe hatte zum Ziel, die Fundstelle stärker in den Fokus zu rücken. Die Grundlage bildete die Frage, wie die Geschichte des Mannes aus dem Eis authentischer vermittelt werden kann. Bisher bot die Fundstelle kaum Möglichkeiten zur visuellen Darstellung vor Ort.

Die Fundstelle als zentraler Anker der Geschichte

Archäologe Prof. Walter Leitner bezeichnete die Entdeckung von Ötzi im Jahr 1991 als „Bombeneinschlag für die Archäologie“. Die Fundstelle auf 3.210 Metern ist die höchstgelegene ihrer Art in Europa. Insbesondere die rund 25 Meter lange Felsmulde, in der Ötzi gefunden wurde, spielte eine entscheidende Rolle für die Erhaltung von Körper und Ausrüstung über 5.000 Jahre.

Digitale Technologien zur Erlebnissteigerung

Kern des Projekts ist eine digitale Fundkarte auf einem großen Touchscreen, die den Besuchenden ermöglicht, wichtige Fundgegenstände auszuwählen und Videos, Bilder sowie wissenschaftliche Hintergrundinformationen abzurufen. Ergänzend stehen hochauflösende Panoramaaufnahmen, eine Live-Webcam vom Tisenjoch und kurze Erklärvideos zur Verfügung. Die Inhalte werden in fünf Sprachen angeboten.

Bedeutung für den tourismus

Ötztal Tourismus betrachtet „Ötzi Origin“ als bedeutenden Fortschritt. Geschäftsführer Oliver Schwarz hob hervor, dass die Fundstelle auf digitale Weise einem breiteren Publikum zugänglich gemacht wird. Landesrat Mario Gerber bezeichnete das Projekt als „Glücksfall für das Ötztal“, da der Mann aus dem Eis ein international bekannter Botschafter der Region ist und die Geschichte zeitgemäß vermittelt wird.

Einordnung

Das digitale Projekt verändert die Wahrnehmung der Fundstelle, indem es historische Informationen interaktiv erlebbar macht. Dies ist relevant für die Förderung von Tourismus und Bildung in der Region. Zudem wird die Zusammenarbeit zwischen Tirol und Südtirol weiter gefestigt, was positive Auswirkungen auf die grenzüberschreitende kulturelle Austausch hat.

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