Kanadische Waldbrände beeinflussen die Luftqualität bis nach Wien
WIEN/KANADA. Seit Monaten kämpft Kanada mit verheerenden Waldbränden, die bereits mehr als 6,5 Millionen Hektar Land zerstört haben – eine Fläche größer als Kroatien. Aktuell sind 741 Waldbrände aktiv, von denen 304 außer Kontrolle geraten sind. Diese Situation wirkt sich nicht nur lokal aus, sondern führt auch in zehn Bundesstaaten der USA und in Europa, einschließlich Wien, zu einer signifikanten Verschlechterung der Luftqualität.
In Städten wie New York City wird die Luft durch Rauchpartikel getrübt, was zu einem dunstigen, grauen Himmel führt. In 40 Landkreisen der USA, darunter Philadelphia, wurde ein „Code Orange Air Quality Action Day“ ausgerufen. Besonders gefährdete Gruppen, wie kleine Kinder, ältere Menschen und Personen mit Atemwegsproblemen, müssen ihre Aktivitäten im Freien einschränken.
Die Auswirkungen sind auch in Wien spürbar, wo der Himmel aufgrund der feinen Rauchpartikel aus Kanada nicht mehr blau ist, sondern eine milchige Trübung aufweist. Diese Partikel werden von Aufwinden in höhere Luftschichten befördert und können durch westliche Winde über den Atlantik bis nach Europa transportiert werden. Dies beeinflusst die Wetterbedingungen über weite Strecken, von den Britischen Inseln über Frankreich und Süddeutschland bis zu den Alpen.
Keine gesundheitlichen Gefahren für die Bevölkerung
Trotz der veränderten Sichtverhältnisse besteht laut meteorologischen Experten keine unmittelbare Gesundheitsgefahr für die Wiener Bevölkerung. Die durch die Waldbrände entstandenen Aerosole reflektieren das Sonnenlicht und erzeugen Cirrus- und Cirrostratuswolken, die jedoch keine gesundheitlichen Auswirkungen haben.


