Das Problem illegal abgestellter Einkaufswägen in Wien besteht einem Bericht zufolge auch ein Jahr nach dem Start einer gemeinsamen Initiative von Wiener Wohnen, Interspar und Entsorgungsfirmen weiter fort. Die städtische Hausverwaltung spricht nach dem Pilotjahr von „gemischt“ verlaufenen Erfahrungen.
Wiener Wohnen hatte die Aktion vor einem Jahr gemeinsam mit dem Handelsunternehmen und Entsorgungsfirmen gestartet, um gegen unzulässig in Wohnhausanlagen zurückgelassene Einkaufswägen vorzugehen. Nach Angaben der Hausverwaltung funktionierte die regelmäßige Abholung in den Pilotanlagen gut, und die eingerichteten Sammelpunkte verbesserten die Lage vor Ort.
Am grundlegenden Problem habe sich aber bisher wenig geändert. Wiener Wohnen hält fest: „Das grundlegende Problem besteht weiterhin: Nach den Beobachtungen unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden nach wie vor zahlreiche Einkaufswägen unzulässig in den Wohnhausanlagen zurückgelassen. Ein Rückgang dieses Verhaltens ist bislang leider nicht erkennbar.“
Das Pilotjahr betrifft derzeit neun besonders betroffene Wohnhausanlagen in Favoriten, Simmering, Meidling, Ottakring und Floridsdorf. Eine Rangfolge nach Bezirken oder konkreten Standorten gibt es nicht, weil dazu keine laufende statistische Erfassung geführt wird.
Nach dem Wiener Reinhaltegesetz können illegal abgestellte Einkaufswägen mit Organstrafen von 70 Euro geahndet werden; bis vor Kurzem lag der Betrag bei 50 Euro. Wie viele Strafen konkret wegen Einkaufswägen ausgestellt wurden, ist nicht bekannt.
Bis 30. September dieses Jahres verhängten die Ordnungsberater von Wiener Wohnen insgesamt 2.310 Organmandate nach dem Reinhaltegesetz und meldeten 617 Fälle. Diese Zahlen beziehen sich allerdings nicht ausschließlich auf Einkaufswägen.
Wiener-Wohnen-Sprecherin Marianne Lackner kündigte an, gemeinsam mit den Partnern weiter auf die geordnete Entfernung der Wägen zu setzen. Zugleich appellierte sie an Bewohnerinnen und Bewohner, keine Einkaufswägen von Supermarktgeländen mitzunehmen.
Auch die Handelsketten melden unterschiedliche Erfahrungen. Die Rewe Group sprach davon, dass Einkaufswägen gelegentlich außerhalb der vorgesehenen Bereiche abgestellt oder nicht retourniert würden, nannte aber keine konkreten Zahlen. Lidl erklärte, im Großraum Wien würden Einkaufswägen regelmäßig gestohlen; Hofer sagte, man habe keine Probleme mit gestohlenen Einkaufswägen.
Die MA 48 sammelt die Wägen ein und bringt sie in die Verwahrstelle nach Simmering. Laut Sprecherin Sandra Holzinger werden die Einkaufswägen großer Supermarktketten regelmäßig abgeholt, andere im Schnitt alle drei Monate gemeldet; pro Wagen werden 7,90 Euro verrechnet, die Abholquote liege bei 95 Prozent.
Die MA 48 entfernte 2025 mehr als 22.600 Einkaufswägen von der Straße, um elf Prozent weniger als 2024 mit mehr als 25.300.


