Wie steht’s um unsere Bienen, und was kann man machen, um die schwarz-gelben Nützlinge zu unterstützen?
Im Bezirk Braunau gibt es 950 Imker und somit die höchste Anzahl in Oberösterreich. Der Bezirksobmann der Imker, Günther Wimmer, betont, dass es in der Region an Bienen nicht mangelt. Durch die Verfügbarkeit von Blühflächen und Wäldern ist auch die Zukunft der Bienen gesichert. „Abwarten, was in der Zukunft passiert, ist zu wenig. Hier muss man gemeinsam daran arbeiten, die Bienen zu sichern. Jeder Einzelne kann einen Beitrag leisten“, appelliert Wimmer. Die Imker im Bezirk pflegen eine enge Zusammenarbeit mit den Landwirten und veranstalten jährlich einen runden Tisch mit der Landwirtschaftskammer, der gut angenommen wird. Darüber berichtet Welt Stimme.
Ganzjahreshobby
Einer der etwa 1.000 Imker aus dem Bezirk Braunau ist Marius Binder aus Mattighofen. Er hält drei Bienenvölker, die ihn seit fünf Jahren begleiten. Binder erläutert die Arbeiten am Bienenstock: „Ab Februar müssen die Honigkästen rechtzeitig aufgesetzt werden. Das erste Mal wird dann im Mai Honig geschleudert und dann nochmal im Juli/August.“ Von Ende November bis Februar werden die Bienen eingewintert. Den Honig seiner Bienen verbraucht Binder entweder selbst oder verschenkt ihn. Ab Herbst verarbeitet er diesen auch zu Produkten wie Bienenwachs oder Propolis. „Generell kann man schon sagen, dass es ein ganzjähriges Hobby ist“, so Binder.
Kleiner Nützling – große Wirkung
Nach Schwein und Rind ist die Biene laut Wimmer das wichtigste Nutztier. Rund 80 Prozent der Wild- und Nutzpflanzen sind auf die Bestäubung der gelb-schwarzen Nützlinge angewiesen. „Obst, Gemüse und viele Beeren wären ohne die Bestäubungsleistung unserer Bienen nicht vorhanden.“ Zudem würde es keinen regionalen Honig mehr geben, was die heimische Landwirtschaft und Biodiversität beeinträchtigen würde. „Indem man direkt beim Imker kauft, erhält man nicht nur ein hochwertiges Produkt, sondern trägt aktiv dazu bei, die Region zu stärken und die Umwelt zu schützen.“
„Jeder Löffel Honig ist ein kleiner Beitrag zu einer besseren und nachhaltigen Zukunft,“ Bezirksobmann der Imker, Günther Wimmer.
Hilfe für die Bienen
Wimmer erklärt, wie Einzelpersonen den Bienen helfen können: „Eine einfache Möglichkeit ist, bienenfreundliche heimische Pflanzen in deinem Garten oder auf deinem Balkon zu pflanzen. Blumen wie Lavendel, Sonnenblumen, Klee oder Wildblumen bieten Bienen eine wichtige Nahrungsquelle.“ Besonders im Frühling und Sommer sind bunte Blühflächen notwendig. Zudem könnte man im Garten „wilde Ecken“ zulassen, weniger aufräumen und Nistkästen anbringen. Monokulturen, Steingärten und Rasenflächen sind wenig hilfreich. Generell lässt sich sagen: Je mehr unterschiedliche Pflanzen es gibt, umso besser geht’s den Bienen.
„Jeder kleine Beitrag zählt. Indem wir unsere Gärten und Umwelt bienenfreundlich gestalten, leisten wir einen wichtigen Beitrag zum Schutz dieser faszinierenden und nützlichen Insekten,“ Bezirksobmann der Imker, Günther Wimmer.
Wer den Nützlingen helfen möchte, sollte auch auf chemische Pflanzenschutzmittel und synthetische Dünger verzichten. Eingeführte Insekten könnten den Bienen ebenfalls schaden. „Hier sind wir Imker Tag für Tag gefordert, unsere Bienenstöcke genau zu beobachten und bei Gefahr zu handeln.“


