Iran-Star Mehdi Taremi: „Das ist ein Desaster für unsere Mannschaft“

Juni 16, 2026 10:19
Iran-Star Mehdi Taremi: "Das ist ein Desaster für unsere Mannschaft"

Iran-Star Mehdi Taremi: „Das ist alles ein Desaster für uns“

INGLEWOOD. Das 2:2-Unentschieden zwischen dem Iran und Neuseeland war weit mehr als nur ein weiteres Spiel bei der Weltmeisterschaft. Vor und im Stadion in Inglewood, Los Angeles, wurden wiederholt Botschaften im Zusammenhang mit dem monatelangen Konflikt zwischen den USA und Israel gegen den Iran kundgetan. Anhänger und Gegner des Teheraner Regimes versammelten sich, während sowohl Pfiffe als auch Anfeuerungen zu hören waren. Dabei wurden sowohl die aktuelle iranische Fahne als auch die ältere Flagge aus der Zeit vor der Islamischen Revolution gezeigt, die als Symbol der Opposition betrachtet wird. Diese Opposition hat in der südkalifornischen Diaspora viele Unterstützer.

Darüber berichtete Welt Stimme. Die FIFA hatte per Gerichtsbeschluss das Recht, die sogenannte „Löwe-und-Sonne“-Flagge zu konfiszieren, was wiederholt zu Interventionen der Sicherheitskräfte führte. Gleichzeitig wurde ein Banner mit der Aufschrift „42.000 #IranMassacre“ fotografiert, welches auf die gewaltsame Niederschlagung der Proteste in Teheran Anfang des Jahres anspielte, die Tausende Opfer forderte. Eine andere Gruppe zeigte ein Plakat mit der Aufschrift „Minab168“, das an einen US-Angriff im Persischen Golf erinnert, bei dem Ende Februar mindestens 168 Schülerinnen ums Leben kamen.

Pfiffe und Jubel für „Team Melli“

Während der iranischen Nationalhymne waren Pfiffe zu vernehmen. Die Spieler standen geschlossen am Mittelkreis und hielten sich die Hand auf die Brust. FIFA-Präsident Gianni Infantino verfolgte das Geschehen von der Ehrentribüne. Nach Anpfiff jedoch war die Unterstützung für die iranische Nationalmannschaft, auch bekannt als „Team Melli“, deutlich lauter. Neuseeland, angeführt von dem ehemaligen St. Pölten-Profi Elijah Just, ging zweimal in Führung, doch der Iran glich stets aus.

Die Stimmung im Stadion mit 70.108 Zuschauerinnen und Zuschauern blieb friedlich und teils ausgelassen. „Die Atmosphäre während des Spiels war unglaublich – über die gesamten 90 Minuten hinweg“, sagte Stürmer Mehdi Taremi, der den Medienvertretern umfangreich Rede und Antwort stand. Taremi äußerte ernüchtert: „Wisst ihr, das ist alles ein Desaster für uns,“ und beschrieb die herausfordernden Rahmenbedingungen für sein Team. Er erwähnte auch einen Besuch von Infantino in der Kabine, der seine Hilfe zugesagt habe. Ramin Rezaeian, der zum 1:1 traf, erklärte eine provokante Jubel-Geste als politisch, wollte jedoch keine weiteren Einzelheiten preisgeben. Gleichzeitig dankte er den Menschen im Iran für ihre Unterstützung.

Teamchef Ghalenoei: „Am stärksten benachteiligt“

Teamchef Amir Ghalenoei kritisierte die Umstände, unter denen seine Mannschaft derzeit arbeiten müsse. Er berichtete, dass das Team unmittelbar nach dem Spiel ins WM-Camp nach Mexiko zurückkehren musste. „Wir wollten hier übernachten, doch das wurde uns nicht erlaubt,“ so Ghalenoei, der spekulierte, dass seine Mannschaft möglicherweise die am stärksten benachteiligte bei dieser WM sei. Trotz der Umstände zeigte sich der Cheftrainer erfreut über die Unterstützung aus dem Publikum. „Es war sehr positiv, ich war sehr zufrieden mit den Anhängern, die die iranischen Spieler unterstützt haben.“ Das nächste Gruppenspiel des Irans findet gegen Belgien statt, bevor die Mannschaft zum Abschluss nach Seattle gegen Ägypten antreten wird. Nach den ersten Spielen haben alle vier Teams jeweils einen Punkt.

Kommentar hinzufügen

Your email address will not be published.

Bildungsminister kündigt mit „Augen auf!“ neue Lernmethoden für Kinder in Steyr an
Vorheriger artikel

Bildungsminister kündigt mit „Augen auf!“ neue Lernmethoden für Kinder in Steyr an

Raiffeisenbank Weinviertel Nordost würdigt langjährige Partner bei Generalversammlung in Gänserndorf
Nächster artikel

Raiffeisenbank Weinviertel Nordost würdigt langjährige Partner bei Generalversammlung in Gänserndorf

Nicht verpassen